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27.07.2018

Nationalteams

Vom Stammverein in die Ungewissheit

Fünf Nationalspielerinnen und -spieler wagen den Schritt weg vom Stammverein in ein neues Team, so auch Margrit Scheidegger und Manuel Maurer. Dies bedeutet: raus aus der Komfortzone, rein in ein unbekanntes Umfeld.

Wie weiter? Diese Frage stellen sich viele Spielerinnen und Spieler, nachdem sie jahrelang in ihrem Stammverein gespielt haben und es von den Juniorenabteilungen in die erste Mannschaft geschafft haben. Viele brauchen irgendwann eine Luftveränderung, sie suchen nach einer neuen Umgebung, neuen Strukturen, neuen Abläufen. So auch einige Nationalspielerinnen und -spieler.

So fing zum Beispiel auch Magrit Scheidegger nach 18 Jahren bei den Red Ants Winterthur an, sich Gedanken über einen Vereinswechsel zu machen. «Ich kannte meine Rolle im Team mittlerweile sehr genau und bewegte mich dementsprechend in der Komfortzone», so Scheidegger. Deshalb entschied sie sich, das Angebot von piranha chur anzunehmen. «Es reizt mich, dass ich mich in einem neuen Team beweisen muss. Ich suche nach neuen Inputs und erhoffe mir so, mich persönlich noch einmal weiterzuentwickeln.» Auch sei sie als Sportlerin bestrebt, Erfolge feiern zu können. Hinzu kommt, dass sich ihre Jobsituation verändert hatte: Die 28-Jährige konnte ihr Arbeitspensum reduzieren, weshalb sie den Reiseweg zwischen Winterthur und Chur auf sich nehmen kann.

Grosser Entwicklungsschritt

Ein Vereinswechsel sei nicht selten mit einem grossen Entwicklungsschritt für die Spielerinnen und Spieler verbunden, meint Remo Manser, Verantwortlicher Auswahlen swiss unihockey. «Am neuen Ort hat man oft eine neue Rolle, trifft auf ein unbekanntes Umfeld, auf andere Mitspielerinnen und Mitspieler. Dadurch richtet sich der Fokus dieser Spieler viel stärker auf sich selber und die eigene Leistung, weil man sich neu zurechtfinden und durchsetzen muss», sagt Manser, und fügt an, dass dies wohl bei einem Wechsel ins Ausland am ausgeprägtsten sei, da am Anfang noch die Sprachbarriere dazukommt. Lara Heini (von piranha zu Pixbo Wallenstam IBK), Tim Braillard (von Alligator Malans zu Mullsjö) und Manuel Maurer (von Floorball Köniz zu Växjö IBK) wagen dennoch diesen Schritt, und zwar in die höchste schwedische Liga. «Die Möglichkeit, in Schweden zu spielen, hat nicht jeder. Wenn man diese Chance hat, sollte man die nutzen», meint Manuel Maurer, der 14 Jahre bei Floorball Köniz war. Der Meistertitel mit Köniz habe den Entscheid einfacher gemacht, ausserdem beendete Maurer im Sommer sein Studium. Er glaubt, dass er sich vor allem persönlich weiterentwickeln kann: «Das Unihockey dort ist nicht anders. Ich kenne das Spiel und dies wird mir wohl am meisten Halt geben. Aber emotional ist es eine grosse Herausforderung. Ich bin weg von meinem sozialen Umfeld, auf mich alleine gestellt.» Immerhin kennt der 24-Jährige mit seinem Nati-Kollegen Manuel Engel bereits jemanden vom Team. Dies sei allerdings nicht der Grund gewesen, warum er zu Växjö gewechselt habe. Entscheidend war, dass ihm das Spielsystem passe, welches ähnlich wie bei Köniz und beim Nationalteam sei. 

Den richtigen Zeitpunkt für den Wechsel finden

Eine Herausforderung dürfte für manche Spielerinnen und Spieler sein, den richtigen Zeitpunkt für einen Wechsel zu finden. Die Motivation sollte dabei immer sein, seine persönliche Entwicklung als Spieler und Mensch voranzutreiben. Das soll nicht heissen, dass beim ersten Anzeichen von Stagnation oder Widerstand ein sofortiger Wechsel Sinn macht. Im Gegenteil ist es durchaus auch förderlich, wenn ein Spieler lernt, solche Phasen zu bewältigen und Lösungsstrategien für diese zu entwickeln. 

Bei Nationalspielern kommt nun noch erschwerend hinzu, dass alle 2 Jahre mitten in der Saison eine WM stattfindet. Entsprechend sollten sie bei einem Wechsel im WM-Jahr überzeugt sein, beim neuen Verein eine gute Rolle spielen zu können, sagt Remo Manser. Es kam schon vor, dass unsere Schlüsselspieler im Ausland unmittelbar vor der WM zu wenig Spielpraxis erhielten und so am Turnier ihr maximales Leistungsniveau nicht mehr erreichten.»

Egal ob man wie Lara Heini, Tim Braillard und Manuel Maurer ins Ausland geht oder wie Margrit Scheidegger und Tobias Heller (von Kloten-Dietlikon Jets zu GC) zu einem anderen NLA-Verein, ein Wechsel bringt immer wertvolle Erfahrungen für den weiteren Karriereverlauf mit sich. Mit solchen Erfahrungen im Gepäck zieht es drei andere Nationalspielerinnen zurück zum Stammverein: Géraldine Rossier wechselt zu piranha chur, Nadia Cattaneo zu den Wizards BeBu und Nathalie Spichiger zu Skorpion Emmental Zollbrück.

Foto: Margrit Scheidegger wechselt von den Red Ants zu piranha chur / Fabian Trees

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