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Du verstehst die Kommentatoren nicht oder nur Bahnhof, wenn deine Unihockey-Freunde über den Sport philosophieren? Kein Problem! In unserem Unihockey-ABC werden die wichtigsten Unihockey-Begriffe erklärt.

A

Auslösen

Deine Mannschaft ist in Ballbesitz und versucht nun systematisch, den Ball von den Verteidigern zu den Stürmern zu bringen und ein Tor zu erzielen. Die ersten Pässe in diesem Prozess sind die Auslösung. Viele Mannschaft studieren Lauf- und Passwege ein, damit dies so automatisiert wie möglich abläuft.

Auswurf

Wenn der Goalie den Ball fängt, kann er mit einem schnellen Auswurf seine Stürmer zu einem Konter lancieren. Aber Vorsicht: Der Ball muss vor der Mittellinie den Boden berühren. Auswürfe hoch über die Spieler bis zum gegnerischen Tor sind entsprechend nicht erlaubt.

Interessant zu wissen: Früher war der Rückpass eines Spielers auf den eignen Torhüter erlaubt. Entsprechend war der Auswurf des Goalies ein zentrales Spielelement. Heute sind Auswürfe seltener zu sehen, führen aber immer wieder zu schnellen Kontern und Torchancen.

Anstechen

Kopfloses Verteidigen könnte man als Synonym fürs Anstechen verwenden. Du stichst an, wenn du als verteidigender Spieler mit vollem Risiko versuchst dem Gegner den Ball abzunehmen. Du musst dich entscheiden, ob du den Gegenspieler auf der linken oder rechten Seite angreifst. Wählst du die richtige Seite, gewinnst du vielleicht den Ball. Wählst du die falsche, siehst du ganz alt aus. Und vor allem siehst du bald das Spiel nur noch von der Ersatzbank aus…

B

Breit Auslösen

Eine Variation des Auslösens (siehe Buchstabe A). Die Verteidiger steht mit dem Ball links bzw. rechts an der Bande, die Distanz zwischen ihnen ist damit relativ gross. Mit dieser Massnahme sollen die verteidigende Mannschaft zu viel Laufarbeit gezwungen werden.

Bügel

Tor ist gleich Tor? Eigentlich schon, aber irgendwie doch nicht. Ein wirklich schönes Tor ist es dann, wenn der Ball in die linke oder rechte hohe Ecke des Tores fliegt, in den Bügel (auch Winkel genannt). Das Motto «Bügel oder drüber» ist bei Stürmern beliebt, bei den Coaches weniger.

Banden-Tennis

Natürlich wollen auch die Unihockeyaner ein wenig Federer sein. Ausserdem wird das Spiel in der Luft im Unihockey immer wichtiger. Gepaart mit dem Federer-Gen ergibt sich das Banden-Tennis: Ein Bandenelement (=Netz) wird zwischen zwei Spieler gestellt, die Aus-Linien werden definiert und schon wird mit Unihockey-Stock und -Ball Tennis gespielt. Ob Forehand Crosscourt oder Backhand Longline, jeder kann ein Federer sein!

C

Center

Der Center wäre im Football der Quaterback, im Fussball die Nummer 10 oder im Volleyball der Abnehmer. Von ihm wird erwartet, dass er vor Kreativität sprüht und das Spiel diktiert. Er muss ausserdem (in den meisten Fällen zumindest) am meisten rennen. Zusätzlich muss er auch taktisch clever stehen, um gegnerische Pässe abzufangen. Und er muss auch viele Tore schiessen. Daneben muss er auch ein Leader und Anführer sein. Er muss eigentlich alles können. Er muss auch gut aussehen und einen Uni-Abschluss haben. Und auf einem Einhorn ins Training reiten.

Chügele

Die beliebteste Form des Trainings der ewigen Talente: das Chügele. Die Intensität des Spiels entspricht jener des Schachs, wobei beim Chügele der Kopf explizit ausgeschaltet sein muss. Es darf jede noch so komplizierte Aktion ausgeführt werden, der Trainer wird auf eine Straf-Predigt verzichten. Und vor allem gibt es nur eine Richtung: Offensiv!

Cupfinals

Über Jahre der grosse Event: die Cupfinals in der Wankdorf-Halle Bern. Der ganze Unihockey-Kosmos traf sich zu den Entscheidungen im Cup. Zwar ist heute der Superfinal grösser und deutlich präsenter und die Sporthalle Wankdorf platzt fast aus ihren Nähten, doch das Cupfest in Bern hat nichts von seiner Faszination eingebüsst. Dabei treten neben den professionellen Grossfeld-Teams (siehe Buchstabe G) auch die besten Kleinfeld-Mannschaften gegeneinander an. So hiess es auch dieses Jahr: Aui uf Bärn!

Chnöiler

Mit dem Chnöiler (deutsch: der Kniende) ist der Torhüter gemeint. Zu grauer Vorzeit spielt dieser noch mit Stock und vergleichbarer Haltung wie der Eishockey-Goalie. Heute darf er keinen Stock mehr haben, entsprechende kniet er im Tor. In der Garderobe ist er entsprechend leicht an seinen ständig geröteten Knien zu erkennen. Und man riecht in meistens auch – so jedenfalls das gängige Vorurteil.

Czech Open

Das grösste und wichtigste Vorbereitungsturnier für Profi- und Amateurteams. Erstere spielen um den wichtigsten internationalen Titel im Sommer, Letztere leisten auf der Tanzfläche und an der Bar Schwerstarbeit. Im Endeffekt ist es ein grosses Unihockey-Fest in Prag, bei dessen legendärer Playersparty am letzten Abend auch der Amateur mit dem Profi ein Selfie machen darf.

D

Doppeln

Gedoppelt wird in der Defensive, um den Ball zurückzugewinnen. Beliebt vor allem in den Ecken, wo der gegnerische Spieler von zwei eigenen zwecks Balleroberung angegriffen wird. Aber wehe der Gegner kann sich mit Ball befreien! Das rächt sich mit einer Überzahl, die nicht selten zu einem Gegentreffer führt.

Drehschuss

Eine Abwandlung des gezogenen Schiessens (siehe Buchstabe G) ist der Drehschuss. Dieser wir oft angewandt, wenn ein Spieler aus der Ecke oder der Tasche (siehe Buchstabe T) gegen die Mitte zieht und zu schiessen versucht. Der Ball wird dabei weit hinter dem Körper geführt. Mit der Energie aus der Drehung und der Flexibilität des Stocks kann so ein sehr starker Abschluss genommen werden. Es gibt Spieler, die sich auf diesen Schuss spezialisiert haben. Dies mit unterschiedlichem Erfolg. Der Schwede Alexander Galante Carlström ist mit diesem Schuss auch auf höchstem Niveau erstaunlich oft erfolgreich. In unteren Ligen trifft man oft Galante-Verschnitte an, die diesen Abschluss in gleicher Frequenz wählen und in genau derselben Frequenz scheitern. Das hindert sie aber nicht daran es weiter zu versuchen, immer und immer wieder…

E

Einschiessen

Das Einschiessen ist Teil jedes Warmups, egal ob für Training oder Match. Die Teams überraschen dabei selten mit Kreativität bei der Wahl der Übungen. Mit dem Einschiessen wird zum einen der Torhüter warm geschossen und zum andern sollen die Spieler das Gefühl für Stock und Ball wiederfinden. Es gibt dabei verschiedene Übungen, die jeweils zirka vier Minuten dauern. In tieferen Ligen dauert es deutlich weniger lang. Oder man lässt es weg. Kräfte schonen.

Ein ungeklärtes Mysterium ist dabei die Auswirkungen der Performance im Einschiessen auf das Spiel. Mancher Spieler würde behaupten: »Schlechtes Einschiessen, guter Match». Andere könnten nach einem schwachen Einschiessen auch gleich in der Garderobe bleiben.

Eins-Zwei-Zwei

Jeder Coach, der etwas auf sich hält, lässt von Zeit zu Zeit das Eins-Zwei-Zwei spielen. Einfach zusammengefasst heisst dies, dass zwei Stürmer links und rechts des Tores bis hinter die gegnerische Grundlinie Druck auf die auslösenden (Auslösen siehe Buchstabe A) Verteidiger machen, der Center (siehe Buchstabe C) und ein Verteidiger rücken weit über die Mittelline hinter den Stürmern auf, ein Verteidiger spielt hinten in der Mitte. Vom Goalie ausgesehen ergibt dies eine Struktur von Eins-Zwei-Zwei.

F

Freistossvariante

Im Unihockey kommt es oft zu sogenannt kleinen Fouls, daraus resultiert jeweils ein Freistoss. Dies ist eine Möglichkeit, mit einer einstudierten Variante den Gegner zu überraschen und zum Torerfolg zu kommen. Die Varianten reichen von sehr simpel (Direktschuss) bis hin zu Pass- und Laufwegen über sechs, sieben Stationen und sind je nach Position des Freistosses auf dem Feld sehr unterschiedlich. Es kann durchaus sein, dass ein Team sieben verschiedene Varianten mit jeweils leicht abweichenden Variationen spielt. Sehr beliebt ist es ausserdem, den Varianten Namen zu geben: «Mache mer der Hofbauer 4!». Und ja, es gibt den/die Spieler/in, der/die nie weiss, welche Variante das nun ist…

Flip-Pass

Pässe flach und kontrolliert zu schlagen ist eines der wichtigsten Elemente des Unihockeys. Es erleichtert den weiteren Verlauf des Spielaufbaus und einen allfälligen Schussversuch des Passempfängers. Es gibt aber immer wieder die Situation, wo ein Verteidiger nur mit einem hohen Pass zu überwinden ist, dem sogenannten Flip-Pass. Im Optimalfall landet dieser genau beim Mitspieler auf dem Boden. Dies ist vor allem in den unteren Ligen oft Wunschdenken. So manch verhinderter Fussball-Profi greift gerne mal zu einer Beckham-Flanke... Da der Ball aber maximal auf Kniehöhe gespielt werden darf und eingesprungene Kopfbälle nicht zugelassen sind, verläuft die Spielsituation meistens im Sand bzw. ausserhalb der Banden.

Flügel

Für die Bezeichnung der Stürmer wird oftmals der Ausdruck Flügel verwendet. Dies weil bei der traditionellen Defensiv-Aufstellung hinten zwei Verteidiger, in der Mitte ein Center (siehe Buchstabe C) und vorne zwei Stürmer stehen (siehe Buchstabe I, ins 5i stehen). Diese bewegen sich von aussen nach innen und bilden so den Flügel der Defensive.

G

Gezogen schiessen

Neben den klassischen Schussarten Direktschuss oder Slapshot (auch geschlagener Schuss) gibt es den gezogenen Schuss. Dabei führt der Spieler den Ball bereits am Stock, lässt diesen etwas nach hinten gleiten, zieht ihn mit Druck nach vorne und gibt so den Schuss ab. So lässt sich am besten zielen, allerdings kann der Verteidiger diesen Schuss auch am besten blocken.

Grossfeld

Unihockey wird auf zwei unterschiedlich grossen Feldern gespielt: dem Kleinfeld und dem Grossfeld. 22 Meter lang und 13 Meter breit ist das Kleinfeld, 40 Meter lang und 20 Meter breit das Grossfeld. Jeweils drei Feldspieler und ein Goalie stehen sich auf dem Kleinfeld gegenüber, fünf Feldspieler und ein Torhüter auf dem Grossfeld. Die kleinere Spielfläche beeinflusst die Spielphilosophie deutlich. Professionell wird grundsätzlich nur auf dem Grossfeld gespielt, wobei die Cupfinals (siehe Buchstabe C) auch immer wieder beweisen, dass auf dem Kleinfeld (siehe Buchstabe K) ein erstaunlich intensives Spiel gespielt wird.

H

Hawaii-Spiel

Ein Hawaii-Spiel charakterisiert eine Partie, in welcher keine Mannschaft wirklich die Kontrolle besitzt und vor allem von einem lebt: dem Konter. Und dem Gegenkonter. Und dem Gegengegenkonter. Und dem Konter auf den Gegengegenkonter. Und… ja du weisst schon… Das Hawaii-Spiel ist denn auch bei den Zuschauern (und Stürmern) deutlich beliebter als bei den Coaches.

Hockey Pockey

Wenn du eine Trainer-Karriere planst, dann merk dir diesen Ausdruck: Hockey Pockey! Du musst ihn nicht so genau verstehen, aber in jeder Ansprache in die Runde werfen. Beim Hockey Pockey geht es um eine Variante beim Auslösen (siehe Buchstabe A). Der Verteidiger mit dem Ball läuft auf den Gegner zu und bindet diesen an sich, ein eigener Spieler hinterläuft ihn und ersterer spielt ihm den Ball kurz zu. So läuft letzterer mit viel Tempo und Platz in die gegnerische Hälfte. So ungefähr geht das. Aber eben, du musst Hockey Pockey vor allem immer wieder erwähnen.

I

Inside stehen

Wenn du Inside stehst, machst du meistens alles richtig. Mit Inside ist gemeint, dass du in der Defensive immer zwischen Gegner/Ball und dem Tor stehst. So kannst du jederzeit den Schuss oder Pass blocken. Das Gegenteil von Inside stehen ist anstechen (siehe Buchstabe A). «Inside, INSIDE, INSIDE!!!», ist auch ein Ausruf, den Spieler gerne von der Bank aus aufs Feld rufen. Man macht sich damit aber nicht sonderlich beliebt.

Ins 5i stehen

Du stehst ins 5i, wenn dich der Gegner schwindlig spielt und du nicht mehr weisst, wie viele Knüppel du in den Beinen hast. Deine Linie (siehe Buchstabe L) steht im 5i, wenn ihr euch relativ nah und zentral vor dem Tor in die traditionelle Aufgliederung begebt: Links und Rechts ein Verteidiger, in der Mitte der Center, rechts und links wieder je ein Stürmer. Es sieht aus wie die 5 auf dem Würfel.

J

Jubel-Kreis

Entweder liebst du ihn oder du hasst ihn: den Jubel-Kreis. Deine Mannschaft schiesst ein Tor und alle rennen zum Spieler, der das Tor erzielt hat. Also nicht nur jene Spieler deiner Linie (siehe Buchstabe L), nein alle. Manchmal auch der Coach. Am Ende macht der Kreis noch einen archaischen Laut, man will den Gegner neben dem Tor noch einen weiteren Dämpfer verpassen. Es gibt leider keine wissenschaftliche Studie zu diesem Thema, aber wie erwähnt: Du musst dich für eine Seite entscheiden. Bist du ein Kreis-Jubler oder nicht?

K

Karussell

Die beliebteste und meist gespielte Übung beim Einschiessen (siehe Buchstabe E) ist das Karussell. Aus der Ecke startet ein Spieler ohne Ball. Er läuft hoch bis zur Mittelline und zieht dann mittig gegen das Tor. Dort bekommt er einen Pass aus der entgegengesetzten Ecke und schiesst auf das Tor. Der Spieler, der gepasst hat läuft dann selber los und bekommt den Pass wieder von der anderen Seite.

Kleinfeld

Da längst nicht jede Gemeinde über eine Dreifachturnhalle verfügt, sind viele Vereine gezwungen auf dem Kleinfeld zu spielen (siehe auch G wie Grossfeld). Wobei bei Weitem nicht immer von einem Zwang gesprochen werden kann. Der Reiz des Kleinfelds zieht ganze Dörfer in seinen Bann und gerade am Cupfinal (siehe Buchstabe C) zeigt sich seine Attraktivität in vollen Zügen: Viele Tore, viele Zweikämpfe und oft mit ehemaligen Spitzenspielern sind diese Spiele nicht selten ein Highlight. Daneben sind wohl manchem die kürzeren Laufwege sympathisch.

L

Linie

Im Unihockey stehen entweder drei (Kleinfeld, siehe Buchstabe K) oder fünf (Grossfeld, siehe Buchstabe G) Feldspieler auf dem Feld, plus der Chnöiler (=Goalie, siehe Buchstabe C). Die drei bzw. fünf Spieler bilden zusammen eine Linie und spielen ihre Einsätze wenn möglich zusammen und wechseln nach zirka einer Minute Spielzeit auf dem Feld auch wieder gemeinsam.

Lattencontest

Egal ob Wochenabschluss im Training oder bei Wartezeiten, der Lattencontest ist immer ein Spass. Jeder Spieler versucht von einer definierten Distanz die Querlatte des Tores zu treffen. Manche schaffen dies erstaunlich oft, andere beenden ihre Karriere ohne einen einzigen Treffer. Vom Lattencontest auf die Qualität des Spielers zu schliessen ist übrigens völlig unmöglich. Meistens gewinnt der derjenige, der sonst im Spiel keinen Blumentopf trifft.

M

Muure

Nachdem der Chnöiler (=Goalie, siehe Buchstabe C) minutenlang nichts sagen durfte, kommt endlich sein Moment: «Muure, MUURE, MUURE!!!». Das heisst so viel wie: «Liebe Spieler, wir haben einen Freistoss gegen uns. Wir müssen eine Mauer stellen, damit die Gegner nicht direkt auf das Tor schiessen können. Ich Fliegenfänger halte den Ball sowieso nicht.» Da es aber schnell gehen muss tönt es in einer nach Verzweiflung, böser Vorahnung und Vorwurf klingender Tonlage: «MUURE!!!». Wehe du kniest nicht in die Mauer. Torhütermasken schmerzen.

Machet öppis drus

Wie bei den Freistoss-Varianten (siehe Buchstabe F) beschrieben, sind Freistösse und deren Verwertung zu Toren ein wichtiger Erfolgsfaktor im Unihockey. Das wissen auch die Trainer. Auf allen Stufen. Nur wird das Einüben von Freistoss-Varianten bei weitem nicht in allen Trainingsplänen berücksichtigt. Und so bleibt dem Coach seinen Spielern nur noch eines mitzugeben: «Machet öppis drus!» So einfach kann das Trainer-Leben sein. Mach öppis drus!

M-System (auch W-System genannt)

Das M-System war vor zirka zehn Jahren die grosse Errungenschaft des Unihockeys. Es war eine Alternative zur traditionellen Aufstellung, wo die verteidigende Mannschaft im 5i steht (siehe Buchstabe I). Die Struktur sieht wie folgt aus: ein Defensiv-Verteidiger steht hinten rechts, etwas weiter vorne links steht der Aktiv-Verteidiger, wieder etwas weiter vorne rechts steht der Center, etwas weiter vorne links steht der Passiv-Flügel und ganz vorne rechts steht der Steuer-Flügel (Steuern siehe Buchstabe S). Dieser Zickzack gibt von der Seite aus betrachtet ein M (oder eben ein W, je nach Perspektive). Wenn du dich als Coach profilieren willst, dann kannst du das M-System ab und zu spielen lassen. Achte aber darauf, dass du nie unerwähnt lässt, dass dieses System nicht mehr das Modernste ist. Du bist weiter als das M-System. Wo auch immer. Aber weiter.

Müslüm

Ein Aussenseiter für die Aussenseiter. Müslüm erklärte 2017 der Welt, dass Unihockey die intelligenteste Form des Hockeys ist und dass die Unihockeyaner zusammen mit den Ausländern die meist unterschätzte Randgruppe sind. Aber schaus dir am besten selber an:

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N

Null Fanausschreitungen

Fackeln im Familiencorner? Schlägereien vor dem Stadion? Zerstörte Extrazüge? Fehlanzeige! Die Fans im Unihockey hocken auch bei meisterschaftsentscheidenden Spielen quasi nebeneinander und geben alles für ihre Mannschaft. Sich dabei aber die Köpfe einschlagen? Nein, wieso auch?

O

Ohne Körperkontakt

Du denkst im Unihockey sei kein Körperkontakt erlaubt? Wirklich? Natürlich gibt es keine Bandenchecks wie Eishockey oder Tackles wie im Football. Aber ein Zweikampf Schulter gegen Schulter darf mit voller Wucht gespielt werden. Du brauchst eine sehr stabile Rumpfmuskulatur, um in den Zweikämpfen bestehen zu können.

P

Point

«Point stehen» oder «der Point» sind Variationen beim Auslösen (siehe Buchstabe A) und ist eine beliebte Alternative zum Breit Auslösen (siehe Buchstabe B). Anstatt dass zwei auslösende Verteidiger auf der linken und rechten Seite das Feldes stehen und die verteidigen Spieler zu viel Laufarbeit zwingen, steht ein Spieler in der Mitte des Feldes. Es macht dabei die Koordination der verteidigenden Mannschaft schwieriger, weil nicht mehr klar ist, wer sich um den Point kümmern muss.

Q

Querpass-Orgie

Es gibt sie auch im Unihockey: die Assist-Könige! Aus unerklärlichen Gründen bevorzugen es diese Spieler lieber Pässe zu spielen als Tore zu schiessen. Schlimm wird es, wenn zwei Assist-Könige zusammen in der Linie (siehe Buchstabe L) spielen. Da ist sie dann, die Querpass-Orgie.

R

Rückpass auf Goalie

Früher, gefühlte Jahrhunderte früher, durften die Spieler Rückpasse auf den Chnöiler (=Goalie, siehe Buchstabe C) spielen. Dies wurde meist gemacht, wenn ein Spieler unter Druck geriet und sich nicht aus diesem lösen konnte. So hat er den Ball hoch auf den Chnöiler gepasst. So einfach ging das. Damals. Zu Napoleons Zeiten.

S

Stüüre

Das Stüüre (=Steuern) ist ein zentrales Element des M-Systems (siehe Buchstabe M). Der vorderste Stürmer startet klassischerweise auf der rechten Seite und läuft auf den ballführenden Spieler zu. Dieser muss darauf reagieren und versucht dem anlaufenden Spieler gegen die linke Seite auszuweichen. Das Spiel verlagert sich entsprechend. Somit steuert der Flügel die auslösende Mannschaft in die gewünschte Richtung. So kann die verteidigende Mannschaft Ball-Gewinn-Zonen definieren. Es geht grundsätzlich darum mit der Defense die Offense zu kontrollieren.

Swiss Way

Die Schweiz gehört seit jeher zur Unihockey-Weltspitze. Allerdings hat es erst einmal ganz nach vorne gereicht: 2005 gewann die Damen-Nati  in Singapur WM-Gold. Ansonsten blieb vornehmlich der dritte Rang hinter den führenden Nationen Schweden und Finnland. Auch gab es kein nationales Konzept wie der Sprung an die Spitze erreicht werden sollte. Jetzt ist alles anders: Der «Swiss Way» hat 2017 das Licht der Welt erblickt! Und das Schweizer Unihockey damit eine Struktur erhalten. Die Unihockey-Bibel erklärt und strukturiert die Ausbildung und Spielphilosophie, die dereinst die ganz grossen Erfolge garantieren soll. Wann die Früchte geerntet werden können ist noch offen. Aber der Tag wird kommen…

Schieber

Der Schieber ist die Mutter der Freistoss-Varianten (siehe Buchstabe F). Der Ball wird dort gesetzt wo der Schiedsrichter das Foul gepfiffen hat. Ein Spieler steht zum Ball, einer links oder rechts daneben. Die Verteidigung erwartet einen Pass vom ersten auf den zweiten Spieler und dass dieser abschliessen wird. Da kommt der überraschende Move: Der Spieler beim Ball läuft ein, zwei Meter vom Ball weg, der andere Spieler steht zum Ball und passt auf ersteren und dieser schliesst ab. Wenn du in der Mauer (siehe Buchstabe M) stehst und dich vom Schieber übertölpeln lässt, kostet dich das viel Schweiss im Straftraining oder viel Bier an der Bar.

Superfinal

Zum vierten Mal wird 2018 der Superfinal über die Meistertitel entscheiden. Anstatt eine Playoff-Serie zu spielen, entscheidet sich das Duell der Playoffhalbfinal-Gewinner in einem einzelnen, alles entscheidenden Spiel – der  ultimative Nervenkitzel! Ebenfalls zum vierten Mal findet dieser in der SWISS-Arena in Kloten statt. Die Entscheidung fällt dabei live im Schweizer Fernsehen. Ein Publikumsrekord konnte 2017 erzielt werden – mit  über 200'000 Zuschauern in der entscheidenden Phase des Herren-Finalspiels.

T

Tasche

Mit der Tasche ist nicht dein Transport-Utensil für das Unihockeyequipment gemeint, sondern eine spezifische Zone auf dem Feld. Diese befindet sich links und rechts der Bande zwischen Mittelline und Grundlinie. Die Performance in dieser Zone ist meistens matchentscheidend. Viele Auslösungen (siehe Buchstabe A) werden in die Tasche gespielt bzw. über diese Zone. Auch so ein Ausdruck, den du als Trainer so oft wie möglich verwenden solltest.

Torhüter sind anders

Mark Wolf, der Torhüter mit den meisten Nationalmannschaftseinsätzen für die Schweiz (101 Spiele), prägte so manchen Chnöiler (=Goalie, siehe Buchstabe C). Zum einen tat er dies mit überragenden Leistungen zwischen den Pfosten, zum anderen hat er das Buch «Torhüter sind anders» verfasst. Es war ein Meilenstein in der Entwicklung und Konsolidierung der Torhütertechnik und Verbreitung an eine breitere (Unihockey-)Masse. Und es ist ein Steilpass für viele Jokes auf Kosten der knienden Garde: «Torhüter sind halt anders. Anders einfach…».

U

Über die Bande stolpern

Die Stolperer findet man in jeder Mannschaft. Wirklich in jeder. Egal ob diese Gattung Spieler alle zwei Wochen ein Plauschtraining absolvieren oder täglich trainieren. Es stolpert immer einer über die Bande. Diese sind übrigens immer gleich hoch. Da diese nicht verankert sind, fällt sie über die ganze Länge um. Warum stolpern die Stolperer? Es gibt keine Erklärung für dieses Phänomen. Es ist eines der grössten Rätsel der Menschheit.

V

Volley-Pass(-Tor)

Da das Spiel durch die Luft immer wichtiger wird, hat auch der Volley-Pass oder das Volley-Tor Hochkonjunktur. Man spricht von «Volley», wenn ein Spieler einen vom Boden abspringenden Ball zu einem Pass oder Tor weiterverarbeitet. Dies ist nicht ganz einfach. Manchmal ist der Unterschied zu einem Hornusser nicht gross. Man darf den Ball aber nicht höher als auf der eigenen Kniehöhe berühren. Sonst ist es Hoher Stock und wird abgepfiffen. Kein Grund es nicht zu versuchen, wie viele meinen.

W

Wechseln, WECHSELN!

Es ist die absolute Lieblingsaufgabe des Assistenzcoaches: Das Ankünden des Linienwechsels (siehe Buchstabe L). Stell dir Schwinger Stucki Christian vor, wie er Schwingerkönig wird und dies mit einem Urschrei durch das Stadion kundtut. Mit Sägespänen zwischen den Zähnen und schweissgetränktem Hemd. Blutender Nase und verrissener Hose. Jetzt weisst du wie der Assistenzcoach den bevorstehenden Wechsel ankündet: «WEEEECHSEL!!!!».

X

x-mal gegen Schweden verloren

Wir haben immer verloren. Gegen Schweden. WM-Finals. Testspiele. Immer. Es war ein Fluch. Er schien unüberwindbar. In Stein gemeisselt. Unumstösslich. Und dann haben wir es ein 66.-mal versucht. Zu hause. In Kirchberg. Da ist es passiert. Wir haben gewonnen. Endlich!

Y

Yoyo-Test

Wenn du Unihockey auf Leistungssportebne betreibst, dann kennst du diesen Test. Für alle anderen: der Yoyo-Test ist ein Linienlauf. Ein Unerbärmlicher. Du musst 10 Meter sprinten, umdrehen, wieder 10 Meter sprinten und kurz Pause machen. Dann wieder von vorne. Das Fiese am ganzen ist der Ton, der dir vorgibt, wann du zu den Sprints ansetzen musst. Er ist laut und schrill. Und vor allem wird seine Frequenz immer schneller. Du musst immer schneller werden. Es gibt keinen Sieg. Nur eine ehrenvolle Niederlage.

Z

Zorro

Es war eine Revolution im Unihockey: der Zorro-Move! Du biegst deine Schaufel vorne so stark, dass du den Ball vorne wie in eine Art Körbchen legen kannst. Nun schwingst du den Stock so schnell wie möglich hin und her. Dank der Fliehkraft bleibt der Ball im Körbchen. So, wie wenn du eine offene Flasche schnell drehst. Es gibt Spieler, die verschaffen sich mit diesem Trick einen Vorteil im Spiel. Die meisten schwächen sich aber eher, weil es im Stand und beim Einschiessen (siehe Buchstabe E) ohne Druck und Tempo viel einfacher ist als aus vollem Lauf. Das begreift aber längst nicht jeder dieser Künstler. Und das sind sie: Künstler. Aus eigener Sicht zumindest. Die anderen mögen sie meistens nicht besonders…

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