„Esten waren mit ihren Nadelstichen gefährlich“

Interview mit Captain Matthias Hofbauer nach Estland - Schweiz 

06. December 2008, 15:03  / Edith Bussard

Der Schweizer Captain Matthias Hofbauer spricht im Interview über die Krux eines WM-Startspiels.

Matthias Hofbauer
[+]

Matthias Hofbauer

© Olli Laukkanen

Nationaltrainer Peter Düggeli erwähnte an der Medienkonferenz nach dem Match, dass das Team es nie geschafft habe, das eigene Spiel aufzuziehen.

Ja. Die Esten haben es uns schwer gemacht, ins Spiel zu kommen. Sie hatten auch nie eine lange Druckphase, sondern waren mit „Nadelstichen“ gefährlich, mit einzelnen Schüssen, manchmal fast aus dem Nichts heraus. Und der Gegner war extrem effizient. Das machte für uns die Sache nicht einfach. Nach einem Gegentreffer haben wir wieder überlegt und gegrübelt und wollten einfacher spielen.

Das Team wollte also zu schön spielen?

Wir haben im Team darüber gesprochen. Der Satz „das WM-Startspiel ist nicht einfach“, ist keine Floskel, es hat wirklich was. An der Heim-WM 2004 beispielsweise erreichten wir gegen Lettland auch nur einen knappen 4:3-Sieg, vor zwei Jahren reichte es gegen Norwegen nur zu einem 6:6.

Peter Düggeli sprach auch von einer zuwenig hohen Präsenz im gegnerischen Slot.

Ja, der gegnerische Torhüter verzeichnete viele Abpraller, und vor allem in der ersten Spielhälfte standen wir zu selten mit einem Mann vor dem gegnerischen Gehäuse. Positiv erachte ich, dass wir nicht unruhig wurden. Wir sagten uns, dass wir nach 60 Minuten als Sieger dastehen müssen. Es ist aufgegangen.

Wie hat das Team den Lichtausfall in der 43. Minute erlebt?

Das stellte für uns kein Problem dar. Vor zwei Jahren an den Weltmeisterschaften in Schweden erlebten wir im Auftaktmacht gegen Norwegen einen Feueralarm. Wir sind uns also einiges gewohnt (schmunzelt).

Die Schweiz hat sich den Halbfinaleinzug zum Ziel gesetzt. Man muss also nicht bangen ums Schweizer Team nach diesem Zittersieg gegen den Aufsteiger?

Nein, im Gegenteil. Wir können einiges besser machen und werden dies auch tun. Wir wissen, dass es an diesen Weltmeisterschaften keine einfachen Spiele gibt.

Interview: Edith Bussard
Kommunikation swiss unihockey
©  swiss unihockey