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Vorzeitiger Halbfinal-Einzug verpasst
Weltmeisterschaften Herren, Gruppenspiel Finnland - Schweiz
09. December 2008, 22:38 / Edith BussardDas Schweizer Nationalteam hat die Überraschung an der WM in Tschechien verpasst und gegen Gruppenfavorit Finnland 0:4 verloren. Mit der ersten Niederlage an diesem Turnier hat die Schweiz die vorzeitige Qualifikation für die Halbfinals verpasst.
Im letzten Spiel am Mittwoch abend gegen das bisher noch punktelose Dänemark braucht die Schweiz deshalb einen Sieg, um voraussichtlich als Gruppenzweiter die Halbfinals zu erreichen. Bleiben die Überraschungen in den letzten Partien aus, dürfte die Schweiz dann im Halbfinal auf Titelverteidiger Schweden treffen.
Weiterhin warten
Die Entscheidung gegen Finnland fiel in der 52. Minute, als Tero Tiitu das 2:0 für die Finnen erzielte. Trotz grosser Anstrengungen im letzten Drittel gelang den Schweizern kein Treffer mehr. Letztmals blieben die Schweizer 1999 ohne Torerfolg, bei einer 0:9-Niederlage gegen... Finnland. Auf einen Sieg gegen die Skandinavier müssen die Schweizer seit 11 Spielen und dem 6:5 im Februar 2006 in Kirchberg warten.
"Keine Tragödie"
Beide Trainer setzten vor allem auf eine kontrollierte Defensive, ohne offensiv allzu viele Risiken einzugehen. So entwickelte sich ein ausgeglichenes Duell, in dem spielerische Höhepunkte äusserst selten blieben und die Taktik dominierte. Letztlich setzten sich die favorisierten Finnen, die von vielen Experten als stärkste Equipe an dieser WM eingeschätzt werden, dank ihrer Abgeklärtheit sicher durch. "Wenn Finnland einmal führt, ist es schwierig ins Spiel zurück zu kommen", so der Schweizer Trainer Peter Düggeli. "Gegen sie zu verlieren, ist aber keine Tragödie."
Finnland besass mehr Spielanteile und kam auch zu deutlich mehr Torschüssen (17:7). Die 1:0-Führung in der 36. Minute durch Doppeltorschütze Mikko Kohonen war dann auch nicht unverdient. Weil die Schweizer Verteidiger aber (fast) fehlerlos spielten, blieb es bis zum 2:0 für Finnland spannend. "Mit unserer Defensive bin ich sehr zufrieden. Wir konnten die Partie lange Zeit offen halten", analysierte Düggeli.
Dies war auch ein Verdienst von Torhüter Roger Tönz, der erstmals an dieser WM den Vorzug gegenüber Philipp Gerber erhielt und mehrmals glänzend parierte. Zweimal kam der Malanser Keeper nur mit Glück um einen Gegentreffer herum; in der 13. und 48 Minute rettete die Torumrandung die Schweiz vor einem höheren Rückstand.
"Brauchen Feuer und Emotionen"
Die Offensive jedoch war der Schwachpunkt im Schweizer Spiel. Düggeli: "Wir spielten insgesamt zu wenig Chancen heraus. Aus den wenigen Kontergelegenheiten, die wir erhalten haben, machten wir zu wenig." Der letzte Biss habe vorne etwas gefehlt, sagte Captain Matthias Hofbauer. "Wir brauchen Feuer und Emotionen, wenn wir vorne etwas zerreissen wollen. Gegen Finnland gibt es aber oft 'ruhige' Spiele. Dies kommt ihnen offenbar mehr gelegen als uns. Die Finnen hatten zwar auch nicht viele zwingende Möglichkeiten, machten aber die Tore. Wenn wir defensiv so gut stehen wie heute, ist es schade, wenn uns vorne nichts gelingt."
Die Finnen waren über den Erfolg, der ihnen mit grösster Wahrscheinlichkeit den Gruppensieg bringt, natürlich zufrieden. Trainer Petteri Nykky: "Es war ein Abtasten zu Beginn des Spiels, die Wichtigkeit der Partie war auf beiden Seiten zu spüren. Zum Glück erzielten wir den ersten Treffer, das gab letztlich den Ausschlag."
Interview mit Simon Stucki nach Finnland - Schweiz
7. Unihockey-WM Herren, Vorrunde
Finnland – Schweiz
4:0
(0:0, 1:0, 3:0)
Ostrava, CEZ Arena A
Schiedsrichter: Andersson/Fahlander.
Zuschauer: 1691
Tore: 36. Mikko Kohonen (Mika Kohonen) 0:1. 52. Järvi (Forsten) 0:2. 55. Tiitu (Mikko Kohonen) 0:3. 60. (59:47) Mikko Kohonen (Vehkaoja) 0:4 (ins leere Tor).
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Finnland, keine gegen die Schweiz.
Finnland: Toivoniemi; Kivilehto, Vehkaoja; Savolainen, Punkari; Kavekari, Lehti; Mikko Kohonen, Mika Kohonen, Tiitu; Vänttinen, Jussila, Hyvärinen; Manner, Forsten, Järvi; Järvinen.
Schweiz: Tönz; Bill, Dysli; Markus Gerber, Jungo; Kamaj, Flury; Christoph Hofbauer, Matthias Hofbauer, Zimmermann; Zürcher, Roger Gerber, Mendelin; Cadisch, Stucki, Antener.
Bemerkungen: Schweiz ohne Philipp Gerber (Ersatztorhüter), Bichsel (krank), Wanner und Brunner (beide nicht eingesetzt). Pfostenschüsse Lehti (13.) und Antener (58.). Lattenschuss Manner (48.). Timeout Schweiz (57:18), danach bis 59:47 phasenweise ohne Torhüter.
Gruppe B
Spiele vom 9. Dezember 2008:
Table
| SP | S | U | N | +/- | P |
|---|
Gruppe A
Spiele vom 9. Dezember 2008:
Table
| SP | S | U | N | +/- | P |
|---|
Bildergallerie
Finnland - Schweiz
Fotos: Fabian Trees
WM-Splitter
Der Tolpatsch des Tages: An diesen Weltmeisterschaften in Tschechien sind zwei Schweizer Schiedsrichterpaare Thomas Baumgartner/Thomas Kläsi sowie Thomas Erhard/Philipp Renz und Lukas Gyger als Observer im Einsatz. Das kleine Grüppchen ist gut gelaunt, und obwohl die Beine immer schwerer werden (Renz) freut sich jeder Schiedsrichter jeweils auf seinen täglichen Einsatz. Die Schar ernennt zum Spass augenzwinkernd auch täglich einen Tolpatsch des Tages: Mal wars Lukas Gyger, der sein Flugzeug verpasst hatte, mal wars auch schon Thomas Baumgartner, der in der Garderobe die Hälfte liegengelassen hatte
Zusammen rocken wir Prag: Deutschland will auf dem schnellsten Weg zurück in die A-Division. Sportlich ists bislang rund gelaufen mit 3 Siegen und 49 Toren in den 3 Spielen gegen Grossbritannien, Österreich und Singapur. Vor dem Halbfinal der B-Division hat der Deutsche Unihockeybund nun einen offenen Brief der deutschen Nationalmannschaft rausgelossen. Darin bittet das Team Sport-Fans um Unterstützung vor Ort in Prag - am Freitag im Halbfinal und am Samstag im Final. Bitte unterstützt uns, zusammen rocken wir Prag.
