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Die Mannschaft hat sich super verhalten
Tagebuch 14.12.2008 - Peter Düggeli
14. December 2008, 17:53 / Simon BetschmannMit Peter Düggeli sprach Edith Bussard.
Ich fühle nur noch eine riesengrosse Erleichterung. Die Halbfinalniederlage gegen Schweden war so bitter. Ich hab Schweden noch nie so nervös erlebt und wie die Skandinavier vor uns zurckgewichen sind. Diese Sicherheit zu kriegen gegen Schweden ist extrem schwierig. Ich nage immer noch ein bisschen daran. Es wäre auch für mich persönlich extrem schwierig gewesen, eine Niederlage im Spiel um Bronze gegen Tschechien zu verdauen. Wer eine solch hervorragende Leistung gegen den mehrfachen Weltmeister Schweden zeigt, darf nicht am Ende gegen den nominell Viertbesten der Welt ausscheiden.
Es war mental schwierig sich aufs heute Bronzespiel zu fokussieren, auch für mich. Wir waren alle mental ausgepowert, einfach leer. Wir sind nach dem Match noch mal alle zusammen gesessen. Leaderfiguren haben in diesem Meeting eine enorme Sicherheit ausgestrahlt, das tat enorm gut. Roger Tönz beispielsweise hat vor allen wörtlich gesagt, dass er noch nie eine solch geile Nationalmannschaft an einer WM erlebt habe. Das hat uns alle gestärkt. Wir mussten uns einfach mental einschwören auf dieses letzte Spiel und keinen Hokuspokus mehr machen.
Ich hab nicht viele Stunden geschlafen. Wir haben uns im Trainerstaff den Tschechien-Halbfinal bis morgens um 2 Uhr angeschaut, mir gingen auch danach noch extrem viele Gedanken durch den Kopf. Morgens kurz nach 9 Uhr absolvierten wir dann mit dem Team erst ein Footing, um wach zu werden, dann gabs um 10 Uhr einen Brunch, ehe wir bewusst früh in die Halle zur Matchvorbereitung fuhren.
Der Nati-Trainerjob ist speziell. Man kann sehr lange sehr wenig machen, wenn man bedenkt wie wenig Zusammenzüge wir hatten in den letzten zweieinhalb Jahren. Aber das sind die Rahmenbedingungen in der Schweiz, wir haben versucht das Beste daraus zu machen. Als Coach ist man extrem gefordert, es gilt in dieser rasanten Entwicklung des Unihockeysports auch im Bereich des Coachings stets dranzubleiben. Deshalb wollte ich ja einen Assistenztrainer wie René Berliat, der Klubtrainer ist und sich tagtäglich an vorderster Front mit Unihockey beschäftigt. Und nun galt es in sehr kurzer Zeit sehr viel zu erledigen. Diese zwei Wochen mit der Nationalmannschaft, erst in Magglingen und dann in Tschechien waren speziell, weil wir uns von Spiel zu Spiel gesteigert haben. Es lief im Hintergrund alles reibungslos, einfach unglaublich. Die Mannschaft hat sich super verhalten, der Staff hat sehr gut zusammengearbeitet. Aber auch die Vorbereitung verlief sehr gut, die WK-Wochen, in denen wir in Magglingen zuletzt im speziellen Unterzahl- und Überzahlsituationen trainiert hatten, waren entscheidend wichtig für dieses Turnier.
Nun gehen wir alle zusammen in ein argentinisches Restaurant und geniessen einen Fleischspiess. Die Mannschaft hat es verdient, die Spieler sollen feiern. Ich kann mir ehrlich gesagt noch gar nicht vorstellen, dass es am Montag abend nach der Rückkehr wieder ein Leben ohne diese Unihockey-WM gibt (lacht).
Am Mittwoch werde ich bei meinem Hauptarbeitgeber wieder zurückerwartet. Doch ehrlich gesagt weiss nicht welche Geschichte ich vorschlagen soll... (lacht)... ich wieder als Wirtschaftsjournalist...
