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Finnen Turniersieger, Schweiz im 3. Rang
Euro Floorball Tour 2010 in Zürich, Tag 3
25. April 2010, 15:08 / Edith BussardAn der "Euro Floorball Tour" im Hauptbahnhof Zürich hat sich Weltmeister Finnland dank eines 7:4-Erfolgs über Schweden den Turniersieg gesichert. Den 3. Rang schnappte sich die Schweiz dank einem 6:3 über Tschechien.
Nachdem am Vormittag der Sieg im Turnier zwischen Finnland und Schweden ausgemacht wurde, ging es im zweiten Spiel des 3. Tages zwischen der Schweiz und Tschechien um Rang drei im Vierländerturnier. Dabei überzeugten die Schweizer von Beginn an: bereits nach 18 Sekunden gingen sie durch eine schöne Einzelleistung von Christoph Hofbauer in Führung. 90 Sekunden später doppelte Marc Dysli nach.
Das Heimteam stand kompakt und defensiv sicher. Die Spieler von René berliat und Peter Düggeli überzeugten mit einer starken Teamleistung. Die müde wirkenden Tschechen kamen nie wirklich ins Spiel. Die Schweizer waren in allen Belangen besser und hatten in Philipp Gerber einen überragenden Schlussmann.
Das abschliessende Penaltyschiessen wurde ebenfalls eine Beute der Schweizer. Dank zwei versenkter Treffer von Jan Binggeli und Patrick Mendelin holte sich die Heimmannschaft den Zusatzpunkt. Einzig Skalik vermochte Philipp Gerber zu bezwingen.
Allerdings muss sich die Schweiz den Vorwurf gefallen lassen, das Spiel nicht früher entschieden zu haben. Im letzten Drittel beispielsweise waren die Tschechen stehend k.o. Die Heimmannschaft war in dieser Phase der Partie aber nicht fähig, Profit aus der spielerischen Überlegenheit zu ziehen. Der Vorsprung von 4 Toren - im Spiel stand es nach 43 Minuten 5:1 für die Schweizer - schien sicher. Als die Tschechen kurz vor Schluss innert zwei Minuten durch einen Doppelschlag auf 3:5 verkürzten, hätte es noch einmal spannend werden können. Doch Marc Mühlethaler konnte den Ball nach einem Ballgewinn in der eigenen Zone eine Minute vor der Sirene ins leere Tschechen-Tor zum 6:3 versenken.
Finnland: Entscheidung im Mitteldrittel
Den Turniersieg sicherten sich die Finnen. Die Differenz gegen die Nachbarn aus Schweden machte die Equipe von Trainer Petteri Nykki im Mitteldrittel, als es nach dem 1:2-Anschlusstreffer der Schweden durch Brom-Sundbom (22.), innerhalb von fünf Minuten auf 5:1 davonzog.
Die zwischenzeitliche Aufholjagd der Schweden auf 3:5 (34.), beantwortete Moilanen mit einem sehenswerten Backhand-Knaller in der 44. Minute zum 6:3 für den Weltmeister. Der vierte Treffer der Schweden brachte zwar nochmals Schwung und Hoffnung, der siebte Treffer der Finnen durch Jussila ins leere Tor besiegelte die erste Niederlage nach zwei Siegen und einem Unentschieden aber endgültig. Das anschliessende Penaltyschiessen entschieden die Finnen mit 3:2 für sich.
Fazit
An der "Euro Floorball Tour" haben Finnland und Schweden ihre Überlegenheit im Unihockey einmal mehr bestätigt. Sie scheinen derzeit ausser Reichweite für die Eidgenossen. Das Team von René Berliat und Peter Düggeli hat es aber geschafft, die zahlreich erschienen Fans des Schweizer Unihockeys im Zürcher Hauptbahnhof mitzureissen. Und nach dem klaren Sieg gegen die Tschechen darf man auf eine WM-Medaille im Dezember hoffen.
Euro Floorball Tour 2010 Herren in Zürich, Spieltag 3
Finnland – Schweden
7:4
(2:0, 3:3, 2:1)
Hauptbahnhof Zürich
Schiedsrichter: Erhard/Renz (Schweiz).
Zuschauer: 982
Tore: 1. (0:20) Kukkola (Johansson) 1:0. 12. Lax (Väänänen/Ausschluss Gillek) 2:0. 22. Bron-Sundbom (Hagberg) 2:1. 23. Hänninen (Manninen) 3:1. 26. Hänninen (Manninen) 4:1. 28. Manninen (Moilanen) 5:1. 33. Gillek (Quist) 5:2. 36. Hagberg (Sundstedt/Ausschluss Aro) 5:3. 45. Moilanen (Hänninen) 6:3. 52. Nilsson (Calebsson) 6:4. 59. Jussila (Hyvärinen/ins leere Tor) 7:4.
Penaltyschiessen: Kukkola 1:0; Bron-Sundbom verschiesst; Hänninen verschiesst; Björk 1:1; Kohonen 2:1; Andersson 2:2; Moilanen verschiesst; Calebsson verschiesst; Tikka verschiesst; Gillek verschiesst; Kivilehto 3:2; Djurling verschiesst; Finnland gewinnt 3:2
Strafen: Finnland 2 × 2min, Schweden 1 × 2min, 1× 5min (Gillek)
Finnland: Toivoniemi; Lax, Kivilehto; Väänänen, Aro; Wardi, Tikka; Hyvärinen, Jussila, Kohonen; Johansson, Kukkola, Koskelainen; Manninen, Hänninen, Moilanen; Oilinki
Schweden: Ramsin; Quist, Fischerström; Berggren, Mattias Samuelsson; Sundstedt, Wallgren; Björk; Nilsson, Djurling, Helgesson; Calebsson, Johans Samuelsson, Gillek; Andersson, Bron-Sundbom, Hagberg; Nordgren; Enström
Bemerkungen: 27:52 Time Out SWE; SWE ab 58-59 ohne Torhüter und stattdessen mit sechstem Feldspieler - Best Player FIN: Jami Manninen. - Best Player SWE: Danne Bron-Sundbom
Euro Floorball Tour 2010 Herren in Zürich, Spieltag 3
Schweiz – Tschechien
6:3
(3:0, 1:1, 2:2)
Hauptbahnhof Zürich
Schiedsrichter: Larinovs/Gross (Lett).
Zuschauer: 1167
Tore: 1. (0.18) C. Hofbauer 1:0. 2. (1.47) Dysli (M. Hofbauer) 2:0. 19. M. Hofbauer (Wolfer) 3:0. 21. (20.47) C. Hofbauer (M. Hofbauer) 4:0. 24. Deutsch (Novotny) 4:1. 43. Zürcher (Antener) 5:1. 56. Ostransky (Jakubek/Tschechien mit sechs Feldspielern) 5:2. 58. (57.26) Skalik (Cepek/Tschechien mit sechs Feldspielern) 5:3. 59. (58.55) Mühlethaler (ins leere Tor) 6:3.
Penaltyschiessen: Binggeli 1:0, Skalik 1:1, M. Hofbauer verschiesst, Sladky verschiesst, Mendelin 2:1, Tomasik verschiesst.
Strafen: Schweiz 4 x 2min, Tschechien 3 x 2min
Schweiz: P. Gerber; Dysli, Gerber; Kuchen, Schmocker; Schneider, Bichsel; Wolfer, M. Hofbauer, C. Hofbauer; Antener, Wanner, Mühlethaler; Binggeli, Brunner, Mendelin; Zürcher.
Tschechien: Kafka (ab 30. Rytych); Kotlas, Stegl; Brus, Jelinek; Garcar, Deutsch; Jakubek; Skalik, Cepek, Ostransky; Sebek, Sladky, Tomasik; Novotny, Jendrisak, Fojta; Fridrich.
Bemerkungen: Schweiz ohne Nieth, Schneeberger und Rüegsegger (Ersatz). Tschechien ohne Slany (Ersatz). 44. Pfostenschuss Brunner. 50. Kuchen verschiesst Penalty. 55. Timeout Tschechien. Tschechien ab der 55. Minute regelmässig ohne Torhüter, dafür mit sechstem Feldspieler. Best Player Sui: P. Gerber; Best Player Cze: Tomasik.
Bildergalerien
Impressionen von Schweiz - Tschechien
Fotos: Marcel Bieri
Impressionen von Finnland - Schweden
Fotos: Marcel Bieri
Berliat: "Es gibt noch viele Baustellen"
Nach dem Sieg über Tschechien und dem 3. Rang am Heimturnier zieht der Schweizer Nationaltrainer René Berliat Bilanz.
René Berliat, die Schweizer Nationalmannschaft feierte am Heimturnier in Zürich einen Sieg über Tschechien und schliesst diese "Euro Floorball Tour" im 3. Rang ab. Wie sieht Ihre Bilanz aus?
Wir haben sicher einige unserer Hauptziele erreichen können. Aber zufrieden dürfen wir trotzdem nicht sein.
Sprechen wir von den Hauptziele, die Sie mit dem erreicht haben. Welches sind diese?
Wir haben mit dem Ball im gegnerischen Drittel vermehrt Torchancen kreieren können. Wir kommen somit nicht mehr nur zu Torchancen aus Kontermöglichkeiten heraus. Wichtig war für mich auch, dass wir diese letzte, heutige Partie gegen Tschechien zu gewinnen vermögen. Wir haben damit den 3. Platz in diesem Turnier geholt.
Sie haben auch erwähnt, dass Sie nicht ganz zufrieden sind.
Ja, es gibt noch viele Baustellen.
Welche "Baustellen" packen Sie gemeinsam mit Peter Düggeli als Nächstes an?
Die Abstimmung im Spiel auf dem Feld muss sicher noch besser klappen. Wir müssen die Automatismen verbessern. Daneben gilt es sicher noch taktische Angelegenheiten anzuschauen.
Wie sieht das Programm des Nationalteams nun in nächster Zeit aus?
Wir dürfen wieder einen Sportler-WK, aufgeteilt auf 3 einzelne Wochen, absolvieren. Im Juni steht eine solche Woche an, im November unmittelbar vor der nächsten "Euro Floorball Tour" in Finnland und dann schliesslich noch die dritte und letzte Woche unmittelbar vor der Abreise an die Weltmeisterschaften nach Helsinki Anfang Dezember. Darüberhinaus ist im September an einem Weekend ein Zusammenzug geplant, wir hoffen, dass wir noch 1 bis 2 Länderspiele einfädeln können.
Jussila: "Waren ein bisschen hungriger"
Der Turniersieg in Zürich stimmt Esa Jussila, Captain der finnischen Nationalmannschaft und Spieler bei Alligator Malans, im Hinblick auf die nächsten Weltmeisterschaften im eigenen Land im Dezember zuversichtlich.
Esa Jussila, Sie haben sich soeben mit einem 7:4 gegen Schweden den Turniersieg gesichert. Wie ist dieser Erfolg einzuschätzen?
Mehr als ein Sieg in einem Vorbereitungsspiel ist das nicht. Wichtiger für mich persönlich ist viel eher, dass wir viele Junge wie Tikka oder Moilanen erfolgreich ins Team einbauen konnten. Sie haben gezeigt, dass sie international mithalten können.
Was hatte neben dem Einbau von jungen Akteuren für das finnische Team an diesem Turnier sportlich Priorität?
Seit dem Overtime-Treffer von Tero Tiitu im WM-Final vom Dezember 2008 bauen wir Schritt für Schritt ein neues Team auf. Wir sind also in einem Entwicklungsprozess. Konkret stand an diesem Turnier deshalb nichts Spezielles im Fokus. Im Hinblick auf die Heim-WM in Dezember können wir nach diesen drei Spielen aber sicher zufrieden sein.
Was hat konkret heute die Differenz zwischen den beiden besten Nationalteams ausgemacht?
Es entscheiden immer Details und Augenblicke so auch heute. Die Periode im Mitteldrittel, als wir von 2:1 auf 5:1 davonziehen konnten, war sicher mitentscheidend für den heutigen Sieg. Vielleicht waren wir heute auch ein bisschen hungriger.
Wie geht es jetzt nun für Sie unmittelbar nach diesem Turnier weiter?
Zum Glück habe ich nur eine Stunde mit dem Zug ins Bündnerland nach Hause. Für meine Jungs hoffe ich, dass sie am Abend nach Finnland zurückfliegen können. Und dann steht schon bald das Sommertraining an.
