Die Tigers, die Red Ants und deren Cupfinalserie

Vorschau Swiss Mobiliar Cupfinals 2010 

04. March 2010, 11:02  / Edith Bussard

Mit den Tigers Langnau bei den Herren und dem UHC Dietlikon bei den Damen vermochten sich die Pokaltitelverteidiger (erneut) für den Swiss Mobiliar Cupfinal vom Samstag in Bern zu qualfizieren. Während die Emmentaler gegen Waldkirch-St. Gallen als Favorit gelten, dürfte es im Aufeinandertreffen der Damenteams zwischen Dietlikon und den Red Ants Rychenberg Winterthur einmal mehr einen engen Ausgang geben. Der Damenfinal wird um 15.30 Uhr, der Herrenfinal vor ausverkauften Rängen um 19.00 Uhr angepfiffen.

Kann er mit seinen Teamkollegen erneut klatschen und jubeln?: Tigers-Langnau-Stürmer Rolf Lüthi freut sich auf den Cupfinal "wie ein kleines Kind".
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Kann er mit seinen Teamkollegen erneut klatschen und jubeln?: Tigers-Langnau-Stürmer Rolf Lüthi freut sich auf den Cupfinal "wie ein kleines Kind".

© Wilfried Hinz

Die beiden Swiss Mobiliar Cupfinals haben nicht nur in Sachen Pokaltitelverteidiger im Endspiel eine Gemeinsamkeit. Es gibt auch eine Zweite. Oder anders ausgedrückt: Was der FC Sion im Fussball, sind die Tigers Langnau und die Red Ants Rychenberg Winterthur im Unihockey - wenn sie im Cupfinal stehen, haben sie noch nie verloren.

3. Cupfinal der Tigers Langnau

Fangen wir mit dem Männer-Final an: Die Emmentaler bringen es im Vergleich zum Walliser Fussballclub zwar (noch) nicht auf 11 Cupfinalteilnahmen, sondern unter ihrem heutigen Namen auf deren bislang 2: 2007 und 2009 hatte das favorisierte Wiler-Ersigen jeweils knapp das Nachsehen (6:5 und 4:3 n. V.).

Anders als bei den letzten 2 Auftritten in der Sporthalle Wankdorf in Bern sind die Tigers Langnau nun am kommenden Samstag – auf dem Papier - in der Favoritenrolle. Trainer Philippe Soutter betont allerdings: „Die Frage ob wir Favorit sind oder nicht darf uns nicht interessieren, weil es keine Relevanz haben darf. Wir müssen, unabhängig vom Gegner, unsere optimale Leistung abrufen können.“ Die Equipe will konzentriert ans Werk gehen. „Waldkirch-St. Gallen hat den amtierenden Schweizer Meister Wiler-Ersigen im Halbfinal eliminiert. Wir werden die Ostschweizer deshalb keinesfalls unterschätzen“, erklärt Veteidiger Sandro Rindlisbacher.

Sowohl die Tigers Langnau als auch Waldkirch-St. Gallen blicken auf zuletzt erfolgreiche Wochen zurück:

  • Vizemeister Langnau schaffte nach einer eher verknorzten „regular season“ in letzter Sekunde den Einzug in die Playoff-Viertelfinals und ist vor wenigen Tagen gegen das ursprünglich besser klassierte Floorball Köniz in die Playoff-Halbfinals eingezogen.
Den Schweiss der Meisterschaftsspiele wegwischen: Voll motiviert steigen Patrick Früh (Waldkirch-St. Gallen) und dessen Teamkollegen in ihre letzte Partie der Saison, den Cupfinal.
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Den Schweiss der Meisterschaftsspiele wegwischen: Voll motiviert steigen Patrick Früh (Waldkirch-St. Gallen) und dessen Teamkollegen in ihre letzte Partie der Saison, den Cupfinal.

© Fabian Trees
  • Waldkirch-St. Gallen hat auf dem Weg in den Cupfinal mit Grünenmatt, Chur und Wiler-Ersigen drei besser klassierte Teams eliminiert und letztes Wochenende den definitiven Klassenerhalt in der Swiss Mobiliar League gefeiert. Nun fiebert man der erstmaligen Cupfinalteilnahme in der Vereinsgeschichte entgegen.

Welches sind in den Augen von Tigers-Langnau-Coach Philippe Soutter die Qualitäten von Waldkirch-St. Gallen? „Die Spieler sind läuferisch und kämpferisch sehr stark. Einstellungsmässig sind sie spitze, sie sind ein sehr geschlossenes Team. Die Equipe ist in der Lage, an einem solch speziellen Tag wie dem Cupfinaltag eine aussergewöhnliche Leistung abzurufen. Wenn wir nicht den notwendigen Top-Fighting-Spirit entwickeln, wird es für uns sehr schwierig.“

Nach Ansicht des St. Galler Stürmers Fabian Haag wird für ihn und seine Teamkollegen der Beginn der Partie entscheidend sein. Es gelte nicht nur die Nervosität sehr rasch abzulegen, sondern auch spielerisch einen guten Start zu erwischen. „Denn die Tigers sind nach ihrer Playoff-Halbfinalqualifikation im Hoch.“ Für die Ostschweizer ist der Cupfinal nach dem Abschluss ihrer Auf-/Abstiegsplayoffs die letzte Partie der Saison, weshalb sie total motiviert an die Sache rangehen und alle Kräfte nochmals mobilisieren.

7 Cars aus der Ostschweiz

In diesem Swiss Mobiliar Cup-Herrenfinal dürfte es zudem laut werden. Nicht nur, da diese Partie (einmal mehr) vor ausverkauften Rängen (3000 Zuschauer) stattfindet. Beide Finalisten dürfen auf eine grosse Anhängerschaft zählen. Die Tigers Langnau haben 400 Tickets an ihre Supporter verkauft, die Fans von Waldkirch-St. Gallen reisen in 7 Cars mit 315 Personen an.

"Eine hochklassige Partie"

Während sich im Swiss Mobiliar Cupfinal der Herren der 8. und 9. der „regular season“ gegenüberstehen, treffen im vorangehenden Swiss Mobiliar Cupfinal der Damen (ab 15.30 Uhr) mit dem UHC Dietlikon und den Red Ants Rychenberg Winterthur zwei erfahrene Topequipen des Schweizer Damenunihockeys aufeinander.

Wer jubelt nach dem Damenfinal? Simone Berner mit ihren Dietlikon-Teamkolleginnen...
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Wer jubelt nach dem Damenfinal? Simone Berner mit ihren Dietlikon-Teamkolleginnen...

© Marcel Bieri

Die beiden Teams stehen sich zum 3. Mal in einem Cupfinal gegenüber: Sowohl 2000 als auch 2004 entschieden die Winterthurerinnen die Partie mit einem „golden goal“ in der Verlängerung zu ihren Gunsten.

In der laufenden Saison gingen sämtliche Begegnungen ebenfalls knapp aus – allerdings alle 3 Derbies in der Meisterschaft an Dietlikon, das Letzte davon im Penaltyschiessen. In Cupwettbewerben hingegen haben die Red Ants heuer generell stärkeren Rivalinnen auch schon ein Bein zu stellen vermögen. So eliminierte man beispielsweise den Tabellen-Ersten Piranha Chur im Schweizer Cup oder bezwang Dietlikon am Europacup-Finalturnier vom vergangenen Oktober. Aufgrund des schlechteren Torverhältnisses zog dann aber trotzdem Dietlikon in den Europacup-Halbfinal (und holte wenig später Silber).

...oder Daniela Stettler und die Red Ants Rychenberg Winterthur-Akteurinnen?
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...oder Daniela Stettler und die Red Ants Rychenberg Winterthur-Akteurinnen?

© Florian Büchting

Dietlikon-Trainer Marco Moser erwartet für kommenden Samstag „ein hartes Spiel, einen echten Fight. Wir werden sicher fair zur Sache gehen. Die Chancen stehen 50:50.“ Andrea Hofstetter, Nationalspielerin der Red Ants Rychenberg Winterthur, ergänzt: „Ich denke es wird eine hochklassige Partie geben, mit vielen Emotionen und harten Zweikämpfen. Für mich gibt es keinen Favoriten in diesem Spiel. Die Tagesform wird entscheidend sein. Um Dietlikon zu bezwingen, müssen wir unsere Eigenfehler tief halten und unsere Chancen nutzen. Und ich hoffe auf viele Zuschauer und lautstarke Fans.“

Red Ants: 6. Cupfinal - 6. Cupsieg?

Für Dietlikon ist es nach 2000, 2002, 2004, 2006, 2007, 2008 und 2009 bereits die 8. Cupfinalteilnahme. Es winkt der 5. Cupsieg nach 2002, 2006, 2008 und 2009. Auf ein lupenreines Heft in Sachen Grossfeld-Cupfinal können die Red Ants Rychenberg Winterthur in ihrer Vereinsgeschichte zurückblicken: 5 Cupfinalteilnahmen, 5 Cupsiege – 1998, 2000, 2001, 2004, 2005.

Edith Bussard
©  swiss unihockey

Quotes

Rolf Lüthi, Stürmer Tigers Langnau: "Ich freue mich auf dieses Cupfinalspiel wie ein kleines Kind. Es ist ein super Unihockey-Event, der vor ausverkauften Rängen stattfindet. Und es gibt einen Pokal zu gewinnen. In meinen bisherigen Cupfinalteilnahmen war der SV Wiler-Ersigen der Favorit und wir waren in der Rolle unseres diesjährigen Cupfinalgegners Waldkirch-St. Gallen. Für die Ostschweizer wird dieser Tag ein einmaliges Erlebnis."

Markus Gerber, Verteidiger Tigers Langnau: "Der Cupfinal ist das Beste, was man als Unihockey-Spieler in der Schweiz erleben kann. Vor so vielen Zuschauern, in einer tollen Halle und bei dieser Stimmung. Was will man mehr? Ich hoffe, dass unsere Fans eine solch gute Stimmung machen wie in den letzten Meisterschaftsspielen in Biglen auch. Dies ist ein wichtiger Motivationsfaktor. Wenn wir als Team unsere Stärken im Spiel umsetzen können, sind wir gegen alle Teams gefährlich."

Roman Wick, Stürmer Waldkirch-St. Gallen: "Es ist ein gutes Gefühl im schnellstmöglichen Verfahren des Ligaerhalt geschafft zu haben. Beim nun folgenden Saisonhighlight, dem Cupfinal gegen die Tigers, sehe ich die Chancen ausgeglichen 50 zu 50 Prozent. Wir haben gegen Wiler-Ersigen im Halbfinale gezeigt, wozu wir fähig sein können. Meine liebste Schlagzeile am Montag in der Presse wäre natürlich: 'Cupsieger WaSa'."

Kornelius Birrer, Goalie Waldkirch-St. Gallen: "Der Cupfinal gegen die Tigers aus Langnau ist das bisherige Highlight in meiner Karriere. Ich freue mich auf die grosse und beeindruckende Zuschauerkulisse. Je mehr Fans im Stadion sind, desto besser ist auch meine Leistung. Ich sehe den Cupfinal auch als eine Art Vorbereitung auf die Weltmeisterschaften 2012 in der Schweiz. Die Chancen in diesem Spiel sehe ich sehr ausgeglichen. Beide Mannschaften stehen verdient in diesem Finale. Zuerst muss aber gespielt werden, denn in einem Endspiel kann immer vieles passieren."

Eliisa Alanko, finnische Spielerin beim UHC Dietlikon: "Für mich wird der Samstag speziell, weil es mein erster Schweizer Cupfinal ist. Ich erwarte, dass wir uns als Team richtig auf das Finalspiel einstellen können und topmotiviert in diese Partie gehen. Die Matchs gegen Winterthur sind immer ausgeglichen. Ich vertraue aber auf die Stärken meines Teams. Nach Silber am Europacup-Finalturnier wär es schön nun Gold zu holen."

Irène Tschümperlin, Goalie Red Ants Rychenberg Winterthur: "Ich freue mich riesig auf den Cupfinal und den Event. Am Cupfinal spielen zu dürfen ist etwas vom Schönsten, was es im Schweizer Unihockey gibt. Mein oberstes Ziel ist es, mit viel Freude ins Spiel zu gehen und den Match zu geniessen. Ich glaube extrem an mein Team und weiss, dass ein enormes Potenzial vorhanden ist. Mit dieser Sicherheit werde ich auch das Spielfeld betreten. Sicherlich wird der Sieger aus dem Cupfinal das gewonnene Selbstvertrauen mit in die anschliessende Playoff-Halbfinalserie nehmen, andererseits wird der Verlierer die Rechnung begleichen wollen."