Spannende Ausgangslagen

Vorschau Playoff-Halbfinals, Swiss Mobiliar League Herren 

09. March 2010, 14:57  / Edith Bussard

Am Mittwoch abend starten mit Wiler-Ersigen – Tigers Langnau und Rychenberg Winterthur – Chur die Halbfinalserien der Swiss Mobiliar League der Männer. Die Ausgangslage präsentiert sich in beiden Serien, die erstmals seit der Einführung der Playoffs 1995/96 nach dem Modus „best-of-7“ ausgetragen werden, spannend. Klar ist nur eines: Es gibt nach 2007/08 (Wiler-Ersigen – Köniz) und 2008/09 (Wiler-Ersigen – Tigers Langnau) definitiv keinen reinen Berner Final.

Ein Kampf um jeden Zentimeter: Vor Jahresfrist standen sich die Tigers Langnau und der SV Wiler-Erisgen im Final gegenüber, heuer im Halbfinal.
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Ein Kampf um jeden Zentimeter: Vor Jahresfrist standen sich die Tigers Langnau und der SV Wiler-Erisgen im Final gegenüber, heuer im Halbfinal.

© Marcel Bieri

Nach eineinhalbwöchigem Meisterschafts-Unterbruch geht die entscheidende Phase in der Swiss Mobiliar League in die nächste Runde. Vom morgen Mittwoch, 10. März, bis spätestens am 28. März machen 4 Teams erstmals in Best-of-7-Serien die beiden Finalisten unter sich aus. In einem „Ost“-Halbfinal trifft der HC Rychenberg Winterthur auf Chur-Unihockey. In einem „West“-Halbfinal messen sich der Titelverteidiger SV Wiler-Ersigen und der Vorjahresfinalist und frisch gebackene Cupsieger Unihockey Tigers Langnau.

Andere Vorzeichen

Der SV Wiler-Ersigen ist die routinierteste Equipe in diesem Quartett und strebt die 9. Finalqualifikation in Serie an. Das letzte Halbfinalsaus (und die damit verbundene Bronzemedaille) datiert aus dem Jahr 2001… Nach der verpassten Cupfinalqualifikation besteht für das Team von Thomas Berger in dieser Saison noch die Chance auf Meistertitel Nummer 6 – nach 2004, 2005, 2007, 2008 und 2009.

Den Tigers Langnau fehlt der Meisterpokal in der Sammlung noch. Zum 3. Mal stehen sich die beiden Teams in den Playoffs gegenüber, erstmals allerdings bereits in den Halbfinals. Auch wenn auf dem Papier die Neuauflage der letztjährigen Playoff-Finalserie ansteht, so sind die Vorzeichen heuer etwas anders.

  • Für den Einzug in den Final sind durch den neuen Modus (best-of-7 statt bisher best-of-5) erstmals 4 Siege nötig.
  • Vor Jahresfrist prägten Akteure wie Lassi Vänttinen (zurück nach Finnland) oder Simon Bichsel (wechselte zu Classic nach Tampere) oder Yvan Jungo (Rücktritt vom Spitzenunihockey) den SVWE. Im Gegenzug kehrten die Gebrüder Hofbauer aus Schweden zu ihrem Stammverein zurück.
  • Bei den Tigers Langnau kämpften vor Jahresfrist noch 4 ausländische Verstärkungen mit, heuer sind es mit Ales Zalesny und Olli Oilinki noch deren 2. Im Gegenzug brachte Nati-Verteidiger Routine ins Team, und junge Akteure wie Sandro Rindlisbacher taten einen gewaltigen Schritt nach vorne.
  • Die Teams waren in der Qualifikation durch 7 Ränge getrennt. Doch die Tigers Langnau haben in den letzten Wochen ihren Kampfgeist und Siegeshunger wieder entdeckt, dem SV Wiler-Ersigen in der letzten Quali-Runde deren erste Saisonniederlage (in der regulären Spielzeit) zugefügt, sich haarscharf für die Playoff-Viertelfinals qualifiziert, dort das viertklassierte Floorball Köniz eliminiert und vor wenigen Tagen die erfolgreiche Cupverteidigung gefeiert.

Für Wiler-Ersigen spricht die Routine, das breitere Niveau im Kader und die längere Erholung, liegen doch zwischen dem letzten Viertelfinalmatch und dem morgigen Halbfinalauftakt 17 Tage, die Tigers Langnau müssen bereits 4 Tage nach dem Cupsieg wieder ran. Für die Langnauer spricht das mentale Hoch. Zu erwarten ist denn eine Serie mit packendem Kampf und Emotionen und vielen Zuschauern in der Sporthalle Grossmatt in Kirchberg und der Espace Arena Biglen. Es winken bis zu 7 Derbies innert 19 Tagen.

Radim Cepeks Einsatz (rechts) bei Rychenberg Winterthur ist aufgrund von Schulterproblemen fraglich.
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Radim Cepeks Einsatz (rechts) bei Rychenberg Winterthur ist aufgrund von Schulterproblemen fraglich.

© Fabian Trees

Dezimiertes Rychenberg Winterthur

Im anderen Halbfinal treffen mit dem Qualifikationssechsten Rychenberg Winterhur und dem Qualifikationssiebten Chur Unihockey zwei Playoff-Überraschungsteams aufeinander. Wie im Berner Halbfinal haben auch hier beide Teams in der Qualifikation ihre Heimspiele gewonnen. In den Viertelfinals wurden beide Equipen gefordert – Rychenberg Winterthur musste gegen GC über 6 Spiele gehen, Chur gegen Malans gar über die volle Länge von 7 Partien. Doch seither blieb genügend Zeit zur Erholung.

Mit entscheidend wird neben der jeweiligen Tagesform auch sein, wie der HC Rychenberg seine Absenzen verkraftet. Nachdem bereits der Center Jonas Grunder zu Saisonbeginn und der abschlussstarke Tscheche Vojtěch Skalík im dritten Viertelfinalspiel mit Bänderrissen ausgefallen waren, schied im sechsten Viertelfinalspiel mit Spielertrainer Radim Cepek (Schulterverletzung) ein weiterer Leistungsträger verletzt aus. Diese Absenzen drängen den HC Rychenberg in die Rolle des Aussenseiters. Der Sieg im sechsten und entscheidenden Viertelfinalspiel gegen die Grasshoppers lässt freilich vermuten, dass die Zürcher breiter abgestützt sind als vielerorts vermutet. Nicht zuletzt das erfolgreiche Comeback des früheren Nationalspielers Simon Eichmann gibt in den Reihen des Auftakt-Gastgebers zu Hoffnungen Anlass.

Wer feiert eine Premiere?

Für Rychenberg Winterthur wäre der Einzug in die Playoff-Finals übrigens eine Premiere. 2002/03 (damals als Qualifikationssieger), 2004/05 und 2006/07 scheiterte man in den Halbfinals an Wiler-Ersigen, 2003/04 an Malans. Chur Unihockey, 2005 aus der Fusion der früheren Spitzenteams Torpedo Chur und Rot-Weiss Chur entstanden, stand unter seinem heutigen Namen ebenfalls noch nie in einem Playoff-Final. Bislang schaffte man es einmal in die Halbfinals – 2005/06 bedeutete Malans Endstation.

Edith Bussard
©  swiss unihockey