Schweizer Team auf letztem Platz
Lords of Floorball
Die Schweizer Unihockeyaner haben das Euro-Floorball-Turnier in Zürich auf dem letzten Platz beendet. Nach der 2:6-Auftaktniederlage am Freitag gegen Finnland blieben die Einheimischen auch am Wochenende gegen Tschechien (7:7) und Turniersieger Schweden (1:7) sieglos.
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- © Marcel Bieri
Die Schweizer weisen in der Endabrechnung der Euro Floorball Tour in Zürich zwar das gleiche Torverhältnis wie die Tschechen auf, schossen jedoch weniger Treffer. Deshalb müssen sie sich bei der vierten Austragung des Euro-Floorball-Turniers zum zweiten Mal mit dem letzten Platz begnügen -- zweimal hatte Rang 3 herausgeschaut. Diese Klassierungen widerspiegelt die Realität: "Wir müssen uns nicht an Schweden und Finnland orientieren", erklärte Nationaltrainer Peter Düggeli. Das Erreichen des 3. Ranges an der WM (findet im Dezember in Tschechien statt, die Red.) werde “eine genügend grosse Herausforderung“.
Dies bestätigte die Partie gegen die Tschechen, in welcher die Schweizer eine starke Moral bewiesen. Nachdem sie nach 32 Minuten 1:6 zurückgelegen hatten, drehten sie vor allem im letzten Drittel mächtig auf und entwickelten endlich Druck auf das tschechische Tor. Als Folge davon glichen sie bis zur 49. Minute zum 6:6 aus, und in der 56. Minute gelang Simon Stucki gar das 7:6. Doch nach einer dummen Strafe für Simon Bichsel mussten die Schweizer den Tschechen 1:46 Minuten vor Schluss im Powerplay durch Radim Cepek noch den Ausgleich zugestehen.
Ein solches Comeback gebe es auf diesem Niveau praktisch nie, da die Teams eng beieinander liegen würden, freute sich Düggeli. Dass die Gastgeber mit einem blauen Auge davon kamen, lag in erster Linie am nominell schwächsten dritten Block, der fünf Tore erzielte. Stucki und der im zweiten Drittel eingewechselte Philipp Wanner trafen je zweimal.
Am Sonntag gegen Weltmeister Schweden erhielten die Schweizer eine Lektion in Sachen Effizienz. Die Einheimischen agierten zwar über weite Strecken der Partie geduldig und waren mehrheitlich im Ballbesitz, doch die Skandinavier, die sich auf das Kontern beschränkten, erzielten die Tore. Sie nutzten die Fehler der Gastgeber eiskalt aus. Immerhin gelang Emanuel Antener in der 45. Minute mit dem 1:4 der Ehrentreffer.
"Offensiv haben wir im Moment Mühe", brachte Captain Matthias Hofbauer die Probleme auf dem Punkt. Sie müssten sich cleverer aufstellen. Die offensive Impotenz gegen die beiden Topteams ist allerdings auch auf technische Defizite gegenüber den Schweden und Finnen zurückzuführen. Dadurch gelang es dem Düggeli-Team nur selten, den Ball schnell über mehrere Stationen laufen zu lassen, was auf diesem Niveau eine Notwendigkeit ist. Dies manifestierte sich auch im Powerplay, in welchem die Schweizer viel zu umständlich agierten und daher in insgesamt vier Versuchen torlos blieben.
Die Bilanz von swiss unihockey in organisatorischer Hinsicht fällt gut aus. Man hat im Hinblick auf die nächsten grossen Herausforderungen wie Europacup-Finalturnier im Oktober in Winterthur sowie Damen-WM 2011 und Herren-WM 2012 bewiesen, dass man den Zuschauern und Medien ausgezeichnete Bedingungen präsentieren kann. Medial war die Abdeckung der Euro Floorball Tour in mit 45 erschienenen Journalisten, Fotografen und SF-TV-Leuten sowie den 20 Personen für die TV-Produktion ausgezeichnet. Nicht ganz befriedigend war Vizepräsident Thomas Gilardi mit dem Zuschaueraufmarsch. „Man muss aber erkennen, dass auf dem Platz Zürich übers Wochenende mehrere Grossevents wie Art on Ice oder das Fussballspiel FC Zürich – FC Thun stattfanden. Zudem haben mehrere Kantone Ferienbeginn. Und am Sonntag herrschte ideales, sonniges Skiwetter.“
Beeindruckt zeigte sich der neue swiss-unihockey-Präsident Edwin Wiedmer. „Ein solcher Event ist für die Jugend ein idealer Anlass, weil die Schülerinnen und Schüler so in den Kontakt mit ihren Idols kommen.“ Sportlich fehle der Schweizer Nationalmannschaft gegenüber Finnland und Schweden eine Portion Kaltblütigkeit. „Doch ich habe vollstes Vertrauen in Peter Düggeli und René Berliat. Die leisten hervorragende Arbeit.“
Telegramm
Euro Floorball Tour 2008
Schweiz – Schweden 1:7 ( 0:0, 0:3, 1:4 )
Saalsporthalle Zürich
Schiedsrichter: Zouhar/Hofgaard Jorstad (NOR)
Zuschauer: 2182
Tore: 26. Dahlgren (Anderberg) 0:1. 38. Eskelinen (Emanuelsson) 0:2. 39. Svensson (Eskelinen/Ausschluss Kamaj) 0:3. 43. Helgesson 0:4. 45. Antener (Matthias Hofbauer) 1:4. 47. Svensson (Emanuelsson/Ausschluss Jungo) 1:5. 56. Emanuelsson (Calebsson) 1:6. 59. Bodén (Persson) 1:7.
Strafen: 3 x 2 Minuten Schweiz; 1 x 2 Minuten Schweden
Schweiz: Tönz (Gerber); Jungo, Dysli; Weber, Bill; Kamaj, Bichsel; Riederer; Christoph Hofbauer; Matthias Hofbauer; Antener; Dominioni, Zürcher, Brunner; Wanner, Cadisch, Stucki; Krähenbühl, Zimmermann.
Schweden: Sjögren (Ramsin); Persson, Eskelinen; Asp, Wallgren; Thorsell, Dahl; Calebsson, Nilsson, Kim Johansson; Andreas Johansson, Bodén; Anderberg, Dahlgren, Gillek
Bemerkungen: Michael Zürcher für 50. Länderspiel ausgezeichnet. 55:23 Time out Schweiz
Spiel Finnland - Tschechien
Lords of Floorball
Telegramm
Euro Floorball Tour 2008
Finnland – Tschechien 8:4 ( 3:3, 5:0, 0:1 )
Saalsporthalle Zürich
Schiedsrichter: Kläsi /Baumgartner (SUI)
Zuschauer: 1105
Tore: 9. Tiitu (Koskelainen) 1:0. 12. Cepek (Soukub) 1:1. 14. Ostransky (Sladky/Ausschluss Savolainen) 1:2. 16. Tiitu (Mika Kohonen) 2:2. 17. Forsten (Savolainen) 3:2. 19. Skalik (Ostransky) 3:3. 25. Tiitu (Mika Kohonen) 4:3. 28. Tiitu (Manner) 5:3. 29. Tiitu (Mika Kohonen) 6:3. 30. Nyman (Vänttinen) 7:3. 32. Tituu (Manner) /Ausschluss Sladky) 8:3. 59. Jakoubek (Pavel Kozusnik) 8:4.
Strafen: 2 x 2 Minuten Finnland; 3 x 2 Minuten Tschechien
Finnland: Naumanen (Nieminen); Väänänen, Kivilehto; Vehkaoja, Lehti; Sepällä, Savolainen; Tiitu, Mika Kohonen, Koskelainen; Kapanen, Kukkala, Järvonen; Forsten, Helenius, Nyman; Manner, Vänttinen.
Tschechien: Korab (31.Barak); Brus, Jakubek; Trnavsky, Chrapek; Nesmerak, Slany; Skalik, Ostransky, Fonta; Zalesny, Fridrich, Sikora; Soukub, Cepek, Sladky.
Bemerkungen: Mika Kohenen mit 102 Länderspielen neuer Weltrekordhalter. Time Out Tschechien 29:29




