Interview
Thomas Berger, mit welchen Gefühlen verlassen Sie als Cheftrainer nach einem Match wie diesem mit solch unterschiedlichen Dritteln den Spielfeldrand?
„Sicher mit einem gemischten Gefühl. Vieles ist sehr gut gelaufen, doch uns unterliefen auch viele gröbere Schnitzer, die wir nicht zu machen hofften. Die Leistung im Mitteldrittel hat allen gezeigt, dass hier an diesen Weltmeisterschaften sehr vieles möglich ist, wenn wir auf unserem Top-Niveau spielen. Dann liegt am Wochenende die Finalqualifikation drin“.
Die Mannschaft kam nach der ersten Pause wie verwandelt aus der Kabine. Was haben Sie in der 1. Drittelspause zum Team gesagt?
„Ich hab den Spielern trotz des 0:7 keine Vorwürfe gemacht, sondern vielmehr gesagt, dass es schade sei, dass sie nicht das zeigen würden was sie draufhaben. Uns kam dann zu Beginn des Mitteldrittels entgegen, dass die ersten Aktionen gleich gelangen und wir skorten, das hat dem Team Selbstvertrauen gegeben. Wir begingen kaum Fehler in diesem Mitteldrittel, vermochten gegen den Titelverteidiger dagegen zu halten. Zuvor waren uns jeweils in der Vorwärtsbewegung viele Fehler unterlaufen, die die Schweden jeweils kaltblütig auszunutzen vermochten.“
Was erwarten Sie nun vom Team im Halbfinal gegen Finnland?
"Dass wir unser Augenmerk auf unsere Kernelemente richten und diese Aufgaben gut lösen. Dazu gehören sicher keine Fehler in der Vorwärtsbegwegung. Wenn wir uns in der Defensive die Bälle erkämpfen dürfen wir diese nicht mehr verlieren und sichere Angriffsauslösungen starten. Denn vor dem gegnerischen Tor vermögen wir uns immer wieder gute Chancen zu erarbeiten."
Bildergallerie
Impressionen vom Match Schweden - Schweiz
Fotos: Olli Laukkanen
"Mini-Erfolg" für die Schweizer U19-Auswahl
U19-Weltmeisterschaften, 3. Spieltag mit Schweden - Schweiz
08. May 2009, 19:12 / ebuDie Schweizer U19-Unihockey-Herren-Nationalmannschaft beendet die WM-Vorrunde in Turku im 2. Gruppenrang. Gegen den Titelverteidiger Schweden und Favoriten setzte es im letzten Gruppenspiel nicht ganz unerwartet eine Niederlage (5:12) ab, allerdings verbuchten die Eidgenossen mit dem Gewinn des Mitteldrittels (5:1) auch einen „Mini-Erfolg“. Im Halbfinal vom Samstag wartet nun Finnland.
Man fühlte sich als Zuschauer am Ende des ersten Drittels und der 7:0-Führung für die Schweden gegen die Schweiz rund eineinhalb Jahre zurückversetzt. Damals stand es im U19-WM-Halbfinal in Zuchwil zwischen denselben Nationen 7:1 für die Skandinavier, am Ende lautete das Resultat 14:1.
Doch diesmal in Turku im dritten WM-Vorrundenspiel, sollte es anders kommen. Mit 5:12 Toren fiel die Niederlage der Schweizer gegen die Nordländer zwar klar aus, doch die Leistung im Mitteldrittel verdient grosses Lob. Gleich mit 5:1 Toren entschieden die Schweizer diese Phase für sich. Einen solch deutlichen „Mini-Erfolg“ hat bislang noch keine Schweizer Unihockey-Nationalmannschaft geschafft. Auf U19-Stufe gewann die Nachwuchsauswahl erst dreimal ein Drittel gegen die übermächtigen Schweden, allerdings weniger deutlich - im November 2000 sowie im Oktober 2005.
Lob vom Schweden-Coach
Wie verwandelt kamen die U19-Akteure in diesem WM-Spiel nach der ersten Pause aus der Kabine, kämpften diszipliniert, konzentriert, waren wachsam, lancierten schnelle Konter… Kurz: Sie begingen kaum Fehler, ganz im Gegensatz zu den überrascht wirkenden und unsicher agierenden Schweden. Innert 3:16 Minuten gelangen den Schweizern 2 Tore, erst skorte Lukas Meister, danach nutzte Gian-Luca Lutz einen Auswurffehler des schwedischen Keepers Hedlund zum 2:7 aus. Auch vom achten Treffer der Schweden liessen sich die Schweizer nicht beunruhigen. Das 3:8 fiel in Überzahl durch Philipp Fankhauser (28.), wenig später verwandelte Gianluca Lutz einen Abpraller Hedlunds (31.), kurz vor der Pause (40.) schoss Captain Sandro Cavelti das 5:8.
Lob gabs denn nach der Partie vom schwedischen U19-Cheftrainer Jan Gustaffson fürs Schweizer Team. „Die Schweiz war im 2. Drittel klar besser und hat dieses verdientermassen für sich entschieden. Nachdem uns im ersten Abschnitt alles perfekt gelungen war verloren wir im Mitteldrittel unsere Aggressivität, die Schweizer wurden gleichzeitig stärker.“ Bedenken, diesen Match doch noch zu verlieren, habe er nicht gehabt. „Wir haben in der 2. Drittelspause in der Garderobe das Team beruhigt, die Akteure gingen raus und spielten erneut kontrolliert.“
Die Schweden stoppten im Schlussdrittel in der Tat die Aufholjagd der Schweizer, nutzten Unaufmerksamkeiten der Eidgenossen kaltblütig aus: Innert 10 Minuten markierten sie 3 Tore zur 11:5-Führung. Der Match war definitiv entschieden.
Mit Zuversicht in den Halbfinal
Obwohl Verlierer der Partie verliessen die Schweizer mit erhobenen Köpfen das Spielfeld. „Wir hatten uns vorgenommen nicht aufs Resultat zu schauen, sondern uns auf jeden einzelnen Einsatz zu konzentrieren. Dies ist uns vor allem im 2. Drittel sehr gut gelungen“, gab Center Lukas Meister nach dem Match zu Protokoll. „Wir haben den Schweden bewiesen, dass wir auch was können.“ Dieses positive Gefühl gelte es nun in den Halbfinal vom Samstag mitzunehmen.
Nun gegen Finnland
Im Halbfinal vom Samstag abend (18 Uhr Schweizer Zeit) wartet nun der Gewinner der Gruppe B, Finnland, das Norwegen im letzten Gruppenspiel mit 13:0 Toren vom Platz fegte und laut Trainer Lasse Eriksson „bewusst Kräfte sparte. Wir werden im Halbfinal gegen die Schweiz unser bislang bestes Spiel zeigen müssen, um an unserer Heim-WM ins Endspiel vorzustossen“. Er erwartet eine enge Partie. „Die letzten 10 Minuten dürften über Sieg oder Niederlage entscheiden.“ Bislang vermochten die Schweizer in 18 Begegnungen die Finnen erst einmal zu schlagen (3 Unentschieden, 14 Niederlagen). Lasse Eriksson erwartet eine starke Schweizer Mannschaft. „10 Schweizer Akteure waren bereits bei den letzten U19-Weltmeisterschaften dabei, auf meiner Seite waren es nur deren 6.“
5. U19-Herren-WM, Gruppenspiel Schweden - Schweiz
Schweden – Schweiz 12:5 ( 0:7, 5:1, 1:2 )
Turku Hall
Schiedsrichter: Paso/Silvo (Fin).
Zuschauer: 312
Tore: 6. Ljunggren (Lundgren/Ausschluss Lutz) 1:0. 7. (6:52) Stenberg (Penalty) 2:0. 8. (7:43) Julkunen (Edberg) 3:0. 10. Hessmer (Andersson) 4:0. 12. Andersson (Hessmer) 5:0. 17. Stenberg (Lundgren) 6:0. 20. Hessmer (Andersson) 7:0. 22. Meister 7:1. 25. Lutz (Gerber) 7:2. 25. Andersson 8:2. 28. Fankhauser (Vetsch/Ausschluss Thorsson) 8:3. 31. Lutz (Rindlisbacher) 8:4. 40. (39:12) Cavelti (Wälti) 8:5.
Strafen: 2-mal 2 Minuten plus 1-mal 10 Minuten (Julkunen) gegen Schweden, 3-mal 2 Minuten gegen die Schweiz
Schweden: Hedlund; Niclas Eriksson, Ljunggren; Thorsson, Ojaniemi; Martin Andersson, Wiklund; Pettersson; Stenberg, Winroth, Lundgren; Hessmer, Rickard Eriksson, Victor Andersson; Julkunen, Agren, Edberg; Viinamäki, Norman.
Schweiz: Pascal Meier; Hirschi, Vetsch; Rindlisbacher, Siegenthaler, Ledergerber, Honold; Fankhauser, Meister, Christoph Meier; Gerber, Gloor, Lutz; Cavelti, Gassmann, Wälti; Garnier.
Bemerkungen: 17. Pfostenschuss, 48. Lattenschuss Schweden. Eder, Heinzelmann und Liechti (Ersatz/Schweiz) nicht eingesetzt. Schuss-Statistik: 58:26 (27:8, 9:12, 22:6).




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