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Neue Spielregeln 2026 

Diese neue Ausgabe der Spielregeln tritt am 1. Juli 2026 in Kraft. 2026 sollen die Regeländerungen ein positives und intensives Unihockey fördern, die Sicherheit der Spieler*innen erhöhen, Unterbrechungen minimieren und das Spiel für alle Beteiligten attraktiver und verständlicher machen. 

Drei Schwerpunkte

Für diese Ausgabe hat das IFF auf der Grundlage der Beiträge der Verbände drei Schlüsselbereiche identifiziert, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen, die besondere Aufmerksamkeit erfordern:

1. Sicherheit der Goalies

Goalies sind im Unihockey besonders gefährdet, da sie auf den Knien spielen und Körperkontakt mit Feldspieler*innen meist nicht vermeiden können. Es ist ein zunehmender Trend zu beobachten, dass Spieler*innen mit hoher Geschwindigkeit auf das Tor zustürmen und dabei die Sicherheit der Goalies missachten. Solche Zusammenstösse haben zu einer Zunahme von Verletzungen bei Goalies geführt, darunter vor allem Gehirnerschütterungen. 

Drei Regeländerungen zielen darauf ab, Goalies wirksamer zu schützen: 

  • Ein*e Feldspieler*in muss sich in angemessener Weise bemühen, eine Kollision mit einem Goalie im Torraum zu vermeiden; unterlässt er oder sie dies, liegt ein Verstoss vor. 

  • Ein*e Feldspieler*in darf den Schutzraum nicht durchqueren, womit betont wird, dass dieser Bereich ausschliesslich den Goalies vorbehalten ist. 

  • Ein*e Feldspieler*in darf sich nicht wiederholt auf den Goalie konzentrieren und ihm*ihr folgen, mit der alleinigen Absicht, die Sicht zu versperren 

2. Attraktivität und Intensität des Spiels

Ziel dieser Änderungen ist es, ein temporeiches Spiel mit weniger Unterbrechungen zu fördern und Protagonist*innen zu schaffen, die dem Sport positive Aufmerksamkeit verschaffen: 

A. Halten 
Das Halten ist eine der grössten Herausforderungen im Unihockey. Es behindert ein flüssiges Spiel, in dem kreative Spieler:innen den Raum haben, ihre Fähigkeiten zu demonstrieren, und verlangsamt gleichzeitig das Spiel. Die neue Regel stellt klar, was unter Halten zu verstehen ist. Diese Änderung erfordert eine Schulung der Referees und eine konsequente Umsetzung, um die beabsichtigte Wirkung auf das Spiel zu erzielen. 

B. Penaltyschiessen 
Das Penaltyschiessen beginnt weiterhin damit, dass fünf verschiedene Spieler*innen jedes Teams die ersten fünf Strafstösse ausführen. Bleibt das Ergebnis jedoch unentschieden, darf jede*r Spieler*in jeden weiteren Strafstoss ausführen. Diese Änderung soll das Penaltyschiessen für die Zuschauenden spannender machen und für unvergessliche Momente und Held*innen nach dem Spiel sorgen. 

C. Tore durch Goalies 
Im 3-gegen-3-Format der IFF dürfen Goalies bereits Tore schiessen. Dies gilt nun auch nach den neuen Regeln für 5-gegen-5-Unihockey. Wenn ein Goalie ein Tor erzielt, ist dies ein seltener und spannender Moment, der das Interesse von Zuschauenden und Medien gleichermassen steigert. 

D. Auslösende und zufällige Strafen 
Kleinere Auseinandersetzungen zwischen Spieler*nnen bei Spielunterbrechungen sind relativ häufig und führen oft zu einer kleinen Strafe für beide Teams. Diese Situationen verlangsamen das Spiel aufgrund langwieriger Unterbrechungen und werden manchmal taktisch genutzt, wenn Teams lieber 4 gegen 4 spielen. In der Schlussphase von Spielen können solche Auseinandersetzungen auch strategisch genutzt werden, da das Spielen von 5 gegen 4 im Vergleich zu 6 gegen 5 vorteilhaft sein kann, wenn ein Team seine:n Goalie vom Feld genommen hat. 

Zwei Regeländerungen gehen auf dieses Problem ein: 

  • Gleichzeitige Strafen haben keinen Einfluss mehr auf die Anzahl der Spieler*innen auf dem Spielfeld. 

  • Es wird eine “Provokationsstrafe” eingeführt, bei der die Person, welche die Auseinandersetzung ausgelöst hat, eine zusätzliche kleine Bankstrafe riskiert. 

Mit diesen Änderungen soll das Ziel verfolgt werden, Auseinandersetzungen während Spielunterbrechungen zu reduzieren und dadurch die Intensität des Spiels aufrechtzuerhalten. 

3. Die Marke Unihockey und das Spielklima

In den meisten grossen Sportarten gelten strenge Vorschriften für das Verhalten von Spieler:innen und Betreuerpersonal im Auswechselbereich. In Sportarten wie Fussball und Handball darf jeweils nur ein*e Betreuer*in stehen, während alle Spieler*innen sitzen bleiben müssen. 

Im Unihockey bringt die aktuelle Situation mehrere Herausforderungen mit sich. Stehende Spieler:innen behindern die Sicht des Spielsekretariats, der Zuschauenden und der Online-Zuschauenden. Ausserdem werden Spieler:innen häufig vom Ball getroffen, während sie mit einem Fuss auf der Bande stehen, und das überfüllte Erscheinungsbild des Auswechselbereichs wird manchmal taktisch genutzt, um Gegner davon abzuhalten, den Ball in diese Zone zu spielen. 

Diese Situation trägt zudem zu einem Spielklima bei, in dem Spieler*innen und Team-Staff in nahezu jede Spielsituation und Referee-Entscheidung involviert sind, was zu einer hektischen Atmosphäre führt. Während dies auf den höchsten Ebenen des Sports, wo Referees und Spieler*innen über die nötige Erfahrung und Selbstsicherheit verfügen, um damit umzugehen, vielleicht noch zu bewältigen ist, stellt es bei Jugendwettbewerben eine grössere Herausforderung dar. Junge Refs und Spieler:innen profitieren nicht von einem Umfeld, in dem eine grosse Anzahl von Personen ständig jeden Vorfall auf dem Spielfeld kommentiert. 

Mit den neuen Regeln zum Verhalten von Spieler*innen und Coaches im Auswechselbereich soll Unihockey sowohl live als auch online attraktiver für die Zuschauenden werden und gleichzeitig ein besseres Umfeld für die Entwicklung junger Spieler*innen und Referees schaffen

Weitere Änderungen und Auswirkungen

Übersicht über alle Änderungen 

Neben diesen drei Schwerpunkten wurde eine Reihe weiterer Regeländerungen eingeführt. Diese betreffen verschiedene Themen wie die Ausrüstung, kleine Bankstrafen oder auch persönliche Strafen.Alle diese Änderungen sind auf der Website des IFF unter folgendem Link zu finden (englisch):

Rules-of-the-Game-2026-with-all-changes-260209.pdf 

 

Anwendung und Interpretation 

Die Spielregeln 2026 bringen im Vergleich zu früheren Jahren deutlich mehr Anpassungen mit sich – eine anspruchsvolle Aufgabe insbesondere für die Unparteiischen und deren Ausbildung. 

Um eine einheitliche und verständliche Auslegung sicherzustellen, hat das Ressort Ausbildung der Schiedsrichterkommission einen Videocast produziert. Darin stellt Niklaus Güpfert (Leiter Ressort Regeltechnik) die einzelnen Neuerungen vor. Gleichzeitig erhalten zentrale Beteiligte – vertreten durch Ela Piotrowska (Trainerinnen und Trainer), Nadia Cattaneo (Spielerinnen und Spieler) sowie Janick Bühler (Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter) – die Gelegenheit, Fragen zu stellen und die Änderungen gemeinsam zu diskutieren. 

Der Videocast steht allen Interessierten unter folgendem Link auf dartfish.tv zur Verfügung.

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