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30.07.2019

NLA Frauen und Männer

Über 60 ausländische Spielerinnen und Spieler

Die NLA-Teams rüsten sich für die neue Saison. Nicht nur an Fitness, Technik und Taktik wird gefeilt, auch die Kader werden punktuell aufgestockt. Dabei setzen die Vereine unter anderem auf Verstärkung aus dem Ausland.

Die Unihockey Tigers Langnau spielen in der Saison 2019/20 erstmals ohne Ausländer. «Natürlich bringt ein guter Ausländer viele Vorteile mit sich», sagt Matthias Gafner, der neue Cheftrainer der Emmentaler. «Auf der anderen Seite bieten ausländische Spieler für die eigenen Spieler aber auch die Gelegenheit, sich hinter deren Rücken verstecken zu können.» Gafner verzichtet mit seinem Verein deshalb bewusst auf Verstärkung aus dem Ausland. «Wir erhoffen uns davon, dass sich unsere Spieler weiterentwickeln, weil sie mehr Verantwortung übernehmen müssen.»

Die Tigers stehen mit dieser Strategie allerdings alleine da: In allen anderen elf NLA Männer-Teams spielen Ausländer mit, insgesamt sind es 35 Spieler. Und auch bei den Frauen setzt jedes der zehn NLA-Teams in der kommenden Saison auf Verstärkung aus dem Ausland, insgesamt sind es 30 Spielerinnen.

Erst Finnischer, dann Schweizer Meister?

Zu den bekanntesten Namen zählt Joonas Pylsy, der zusammen mit Teamkollege Krister Savonen vom amtierenden finnischen Meister «Classic» zum Schweizer Meister SV Wiler-Ersigen wechselt. «Ich habe gute Erinnerungen an die wunderschöne Schweiz», sagt Pylsy, der in den beiden Saisons 2014/15 und 2015/16 bei den Unihockey Tigers Langnau spielte. «Ausserdem hatte ich das Gefühl, mich als Spieler nicht mehr im gleichen Ausmass weiterentwickeln zu können, wenn ich noch ein Jahr in Finnland geblieben wäre», erklärt der Finne seinen Wechsel.

Der doppelte finnische Weltmeister Joonas Pylsy wechselt auf die kommende Saison zum SV Wiler-Ersigen. (Bild: Martin Flousek)

Hinzu komme, dass er in Finnland mit drei Meistertiteln, dem Champions Cup und zwei Mal WM-Gold alles gewonnen habe. Etwas Neues sei ihm gerade recht gekommen. Jetzt hegt Pylsy neue Ambitionen: «Ich will Schweizer Meister werden.» Darum fiel die Wahl auch auf den SV Wiler-Ersigen, der laut Pylsy immer zu den Favoriten gehört.

Ausländer versus Schweizer

Remo Manser ist bei swiss unihockey für die Nationalteams verantwortlich. Entsprechend wichtig ist ihm, dass sich die Schweizer Spieler weiterentwickeln können. Die landläufige Meinung, dass die ausländischen Spieler den Schweizern im Weg stehen, lässt er aber so nicht gelten: «Verstärkungsspieler wie Joonas Pylsy oder Tatu Väänänen sind nicht nur wegen ihrer spielerischen Klasse tolle Vorbilder für unsere Nachwuchsspieler, sondern auch wegen ihrer Einstellung zum Unihockey», sagt Remo Manser. «Sie bereichern unsere Liga!»

Weniger Freude bereiten ihm jene Ausländer, welche mehr Ergänzung denn Verstärkung sind. «Oft fehlt den Vereinen zum Beispiel noch ein Rechtsausleger, ein Spielmacher oder ein Skorer. Dass diese Spieler jeweils praktisch ausschliesslich aus dem Ausland verpflichtet werden, findet Manser zwar schade, nimmt aber auch die Schweizer Spieler in die Pflicht: «Ich wünsche mir, dass es für die ‘kleineren’ NLA-Vereine einfacher wäre, mal einen talentierten Schweizer zu verpflichten, der bei einem Top-Verein wenig zum Zug kommt. Oder dass ein U19-Nationalspieler vielleicht frühzeitig den Weg zu einem NLA-Team sucht, welches ihm die entsprechende Chance gibt.»

Etwas betont Manser aber besonders: «Keinem soll dabei etwas geschenkt werden. Es liegt alleine in der Verantwortung der Schweizer Spieler, besser zu sein respektive zu werden, als der Durchschnitts-Ausländer in der NLA.»

Ab dieser Saison gilt «Gentlemen’s Agreement»

Laut Remo Manser gibt es in der Strategie ‘Ausländer’ also kein Richtig oder Falsch, nur verschiedene Perspektiven je nach Situation der jeweiligen Vereine. Aus der Perspektive der Nationalteams wünschte er sich: «Ein oder zwei Top-Ausländer pro Team und viel Verantwortung für jene Schweizer Spieler, die hart dafür arbeiten.»

Ab der kommenden Saison gilt das «Gentlemen’s Agreement», welches aus Initiative der NLA- und NLB-Vereine vor einem Jahr entstanden ist. Mit Ausnahme von Zug United und Floorball Riders Dürnten-Bubikon-Rüti haben die Vereinbarung alle Vereine unterschrieben. Sie besagt, dass pro Verein nur noch vier ausländische Spieler in einer Partie zum Einsatz kommen dürfen. Ab der Saison 2020/21 sind es noch drei Ausländer pro Verein. Mit dieser Vereinbarung soll die Nachwuchsarbeit der Vereine noch mehr ins Zentrum gerückt werden als bisher.

 

Übersicht ausländische Spieler:

SV Wiler-Ersigen:
Neu: Krister Savonen, Joonas Pylsy (beide Classic/FIN)
Bisher: Tatu Väänänen (FIN), Michal Dudovic (SVK)

GC Unihockey:
Neu: Daniel Johnsson (SV Wiler-Ersigen/SWE)

Floorball Köniz:
Neu: Andreas Nordh (Linköping/SWE)
Bisher: Jonne Junkkarinen (FIN)

UHC Alligator Malans:
Neu: Kevin Nylund (Westend Indians/FIN), Jarkko Nurmela (NST Lappeenranta/FIN)
Bisher: Lukas Veltsmid (CZE), Oscar Eriksson-Elfsberg (SWE)

Chur Unihockey:
Neu: Kim Hyrkkönen (Koovee/FIN), Miro Lehtinen (SV Wiler-Ersigen/FIN), Daniel Sesulka (SV Wiler-Ersigen/CZE)
Bisher: Dennis Blomberg (SWE)

Zug United:
Neu: Emil Julkunen (GC/SWE), Alexander Larsson (Gävle/SWE)
Bisher: Petter Nilsson (SWE), Daniel Mück (CZE), Carl Kostov Bredberg (SWE), Andreas Dahlqvist (SWE)

UHC Uster:
Neu: Markus Kulmala (Kloten-Dietlikon Jets/FIN)
Bisher: Niko Juhola (FIN), Joel Kanebjörk (SWE)

HC Rychenberg Winterthur:
Neu: Patrik Doza (Floorball Köniz/CZE), Tuomas Iiskola (Floorball Köniz/FIN)

UHC Waldkirch-St. Gallen:
Neu: Ronald Gasparik (Tatran Stresovice/CZE)
Bisher: Tino Von Pritzbuer (GER)

UHC Thun:
Neu: Jan Rehor (Mlada Boleslav/CZE), Jakus Mendrek (Ostrava/CZE)
Bisher: David Simek (CZE)

Ad Astra Sarnen:
Neu: Kaapo Savinainen (UHC Uster/FIN), Jaska Kunelius (Happee Jyväskylä/FIN)
Bisher: Robin Markström (SWE), Lauri Liikanen (FIN)

 

Übersicht ausländische Spielerinnen:

Piranha Chur:
Neu: Karen Farnes (Endre IF/SWE), Katarina Klapitova (Kloten-Dietlikon Jets/SVK)
Bisher: Mari Aanerud (SWE)

Kloten-Dietlikon Jets:
Neu: Alice Granstedt (IKSU/SWE), Iza Rydfjäll (IKSU/SWE), Hana Konickova (FBC Liberec/CZE)
Bisher: Natálie Martináková (CZE)

UHV Skorpion Emmental:
Neu: Nea Suominen (SB Pro/FIN), Emma Itänen (SB Pro/FIN)

Unihockey Berner Oberland:
Neu: Juuli Hakkarainen (NST/FIN), Julia Turunen (PSS/FIN)
Bisher: Krista Nieminen (FIN), Sara Piispa (FIN)

Wizards Bern Burgdorf:
Bisher: Evelina Garbare (LVA), Eva Krauskopfová (CZE)

Red Ants Winterthur:
Bisher: Marjut Mäkelä (FIN)

Unihockey Red Lions Frauenfeld:
Bisher: Pavlina Vacinova (CZE), Frida Svensson (SWE)

Zug United:
Neu: Ida Suikka (Floorball Riders/FIN), Katrin Kivirand (Koovee/EST), Malin Brolund (Floorball Riders/SWE)
Bisher: Weronika Noga (POL), Tara Meyer (AUS)

UHC Laupen:
Bisher: Nancy Gatzsch (GER), Alena Holst (GER), Kia Lehmusvuori (FIN)

Unihockey Mendrisiotto:
Neu: Pauline Fylke (Pixbo Wallenstam/SWE)
Bisher: Minttu Virtanen (FIN), Anastasia Zatta (ITA), Miia Murtorinne (FIN)

Fotos: Fabian Trees und Claudio Schwarz

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